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Erste Hilfslieferungen in Gaza – Hoffnung inmitten der Katastrophe

Israel öffnet unter internationalem Druck humanitäre Korridore für Hilfslieferungen in den Gazastreifen. Erste Lkw erreichen das Gebiet – doch die Not ist groß, und eine echte Lösung bleibt fern.

Nach Monaten der Blockade und wachsender Kritik hat Israel nun eine „taktische Pause“ in Teilen des Gazastreifens ausgerufen und humanitäre Korridore geöffnet. Zwischen 10 und 20 Uhr sollen in bestimmten Gebieten sichere Passagen für Hilfskonvois der UN ermöglicht werden – ein erster, zaghafter Schritt zur Linderung der dramatischen humanitären Lage. Bereits am Sonntagmorgen überquerten erste Lkw mit Hilfsgütern den Grenzübergang Rafah, mussten jedoch einen Umweg über Kerem Schalom nehmen, um kontrolliert in den Gazastreifen einzureisen.

Zuvor hatte die israelische Armee die Wiederaufnahme von Luftabwürfen humanitärer Güter angekündigt. Mehl, Zucker und Konserven sollen laut Armee „gezielt gegen den Vorwurf des absichtlichen Aushungerns“ eingesetzt werden. Die Maßnahmen wurden mit den UN und internationalen Organisationen koordiniert.

Doch humanitäre Organisationen bleiben skeptisch. „Ein paar Lkw und Luftabwürfe reichen nicht“, sagt Oxfam-Regionalchefin Buschra Chalidi. Gefordert werde ein echter humanitärer Zugang – offen, dauerhaft und begleitet von einem Waffenstillstand. Der Appell ist deutlich: Die humanitäre Katastrophe, so die Regierungen von Deutschland, Frankreich und Großbritannien, „muss jetzt enden“.

Analyse
Der Schritt Israels ist vor allem eine Reaktion auf massiven internationalen Druck. Über 100 Organisationen warnten vor Hungersnöten, Tausende Menschen sind akut unterversorgt. Dass nun Hilfslieferungen ankommen, ist überlebenswichtig – aber auch symbolisch: Eine Regierung, die sich dem Vorwurf gezielter Aushungerung stellen muss, bemüht sich um sichtbare Korrekturen.

Doch strukturell bleibt vieles ungelöst. Solange Hilfskonvois Umwege fahren und nur in vereinzelten „sicheren Zonen“ agieren können, bleibt Hilfe tröpfchenweise. Ohne eine tragfähige Waffenruhe und ein funktionierendes, transparentes Verteilungssystem – unabhängig von politischen und militärischen Akteuren wie Hamas – wird keine nachhaltige Verbesserung eintreten.

Die Lage im Gazastreifen ist das Ergebnis eines verheerenden Konflikts, der am 7. Oktober mit dem brutalen Angriff der Hamas begann – und seither eskaliert ist. Tausende Tote, unzählige Verletzte, Hunderttausende Vertriebene. Die humanitäre Dimension dieser Krise ist längst zum Prüfstein internationaler Glaubwürdigkeit geworden.

OZD


Alle Angaben ohne Gewähr.

Bild: AFP