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Traurige Nachricht: Israel birgt Leichen zweier Geiseln aus Gaza

Die israelische Armee hat die Leichen zweier Geiseln im Gazastreifen geborgen – darunter Ilan Weiss. Ministerpräsident Netanjahu kündigte an, die Suche nach allen Vermissten unermüdlich fortzusetzen.

Die israelische Armee hat im Gazastreifen die Leichen zweier Geiseln gefunden. Nach Angaben der Streitkräfte wurden die sterblichen Überreste von Ilan Weiss und einer weiteren bisher nicht identifizierten Geisel geborgen. Die Funde bestätigen erneut das tiefe menschliche Leid, das seit dem Hamas-Angriff am 7. Oktober 2023 über Israel und die gesamte Region hereingebrochen ist.

Weiss war beim Massaker im Kibbuz Beeri im Süden Israels getötet und anschließend verschleppt worden. Seine Frau Shiri Weiss und die gemeinsame Tochter Noga, die damals ebenfalls entführt wurden, kamen im Rahmen der ersten Waffenruhe im November frei. Der erneute Fund der Leiche von Weiss ist für die Angehörigen ein Moment der bitteren Gewissheit.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu drückte den Familien sein Mitgefühl aus. Zugleich bekräftigte er, dass die Bemühungen um die Heimkehr aller Geiseln – Lebender wie Toter – unvermindert fortgesetzt würden. „Wir werden weder ruhen noch schweigen, bis wir alle unseren Geiseln nach Hause gebracht haben, die Lebenden und die Verstorbenen“, erklärte Netanjahu.

Der Hamas-Großangriff vom Oktober, bei dem über 1200 Menschen getötet und 251 verschleppt wurden, markierte den Beginn des Gaza-Krieges. Nach Angaben Israels befinden sich noch 47 Menschen in der Gewalt der Hamas. Schätzungen zufolge sind davon mindestens 27 bereits tot.

Seitdem führt Israel massive Militärschläge im Gazastreifen durch. Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Behörden starben bislang fast 63.000 Menschen – überwiegend Zivilisten. Diese Zahlen lassen sich nicht unabhängig überprüfen, werden jedoch von UN-Vertretern als plausibel bezeichnet. Der Krieg geht damit ungebremst weiter und lässt die Hoffnung auf eine baldige Lösung in weiter Ferne erscheinen.

OZD 


OZD-Kommentar

Der Fund zweier toter Geiseln zeigt in brutaler Klarheit, dass der Krieg längst alle Illusionen zerstört hat. Israel sucht nach seinen Menschen, die Hamas nutzt sie als Faustpfand, und die Familien schwanken zwischen Hoffnung und Trauer. Netanjahus Worte klingen entschlossen, doch die Realität ist bitter: Je länger der Krieg dauert, desto mehr Geiseln werden nicht lebend zurückkehren. Das Leid wird so zur politischen Waffe. Solange weder Israel noch die Hamas bereit sind, echte Kompromisse einzugehen, wird jede Rückführung zur Ausnahme und jede Rückkehr in Särgen zur grausamen Regel.


Lesermeinungen

„Es bricht einem das Herz, wie diese Menschen zwischen Politik und Terror zermahlen werden.“ Nadine Brecht

„Israel muss alles tun, um die Geiseln zurückzubringen – auch härtere militärische Schritte.“ Wolfgang 

„So lange beide Seiten nur Gewalt kennen, werden immer mehr Familien ihre Liebsten verlieren.“


OZD-Analyse

Fakten

Israel bestätigt Bergung von Ilan Weiss und einer weiteren Geisel.

Insgesamt 251 Menschen wurden am 7. Oktober 2023 verschleppt.

Noch 47 Geiseln in Hamas-Hand, mindestens 27 davon tot.

Bewertung
a) Humanitär
– Die Rückkehr Verstorbener bringt den Familien zwar Gewissheit, aber keinen Trost.
– Die Geiselfrage bleibt das schmerzlichste Kapitel dieses Krieges.

b) Politisch
– Netanjahu muss Stärke zeigen, doch die Realität untergräbt sein Versprechen.
– Die Hamas setzt Geiseln weiter als Druckmittel ein, um Israel und die internationale Gemeinschaft zu spalten.

c) Militärisch
– Israel intensiviert seine Operationen, doch der Krieg dauert bereits fast zwei Jahre.
– Mit jedem Tag sinken die Chancen auf die Rettung lebender Geiseln.

Ausblick
– Israel wird den Druck auf Gaza weiter erhöhen.
– Internationale Vermittler könnten verstärkt auf einen neuen Geisel-Deal drängen.
– Ohne Waffenruhe wird die Zahl der toten statt lebenden Rückkehrer weiter steigen.


OZD-Erklärungen

Wer ist Benjamin Netanjahu?
Benjamin Netanjahu ist Israels langjähriger Ministerpräsident und prägende Figur der konservativen Likud-Partei. Er regiert mit wechselnden Koalitionen seit den 1990er Jahren und steht international für eine harte Sicherheitspolitik. Netanjahu ist umstritten, da er einerseits als Garant für Israels militärische Stärke gilt, andererseits wegen Korruptionsvorwürfen und politischer Spaltung kritisiert wird.

Was ist der Kibbuz Beeri?
Der Kibbuz Beeri ist eine landwirtschaftliche Siedlung im Süden Israels nahe der Grenze zum Gazastreifen. Er wurde am 7. Oktober 2023 eines der Hauptziele des Hamas-Massakers, bei dem dutzende Bewohner ermordet oder verschleppt wurden.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.