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Wieder nächtliche Angriffe auf die Zivielbevölkerung

Russland überzieht die Ukraine mit hunderten Drohnen und Raketen. Saporischschja trauert um Tote und Verletzte. Während Selenskyj warnt, bemüht sich Trump um ein Treffen mit Putin.

Eine der massivsten Angriffswellen seit Beginn des Krieges hat in der Nacht die Ukraine erschüttert. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte Russland 582 Raketen und Drohnen ein. Zwar konnten die meisten abgefangen werden, doch die Zerstörung war verheerend: In der südukrainischen Stadt Saporischschja starb mindestens ein Mensch, 25 weitere wurden verletzt, darunter drei Kinder.

Regionalgouverneur Iwan Fedorow sprach von zerstörten Wohnhäusern, beschädigten Cafés, Tankstellen und Industrieanlagen. Dutzende Gebäude seien von der Strom- und Gasversorgung abgeschnitten. Auch die Regionen Dnipropetrowsk und Wolhynien meldeten schwere Angriffe. Besonders Dnipropetrowsk, das lange von massiven Angriffen verschont geblieben war, gerät zunehmend ins Visier. Dort mussten nach Raketen- und Drohnenangriffen ganze Straßenzüge evakuiert werden.

Aus der Hauptstadt Kiew meldete die Eisenbahn Verspätungen im Zugverkehr. In der Region Donezk reklamierte Moskau die Einnahme der Ortschaft Komyschuwacha. Das russische Verteidigungsministerium sprach davon, ausschließlich „militärische Ziele“ ins Visier genommen zu haben – doch die Bilder zerstörter Wohnhäuser und verletzter Kinder erzählen eine andere Geschichte.

Die ukrainische Armee reagierte mit Angriffen auf russische Erdölraffinerien in Krasnodar und Samara. Diese seien für Treibstofflieferungen an die Front genutzt worden, erklärte der Generalstab in Kiew.

Während die Kämpfe immer weiter eskalieren, bemüht sich US-Präsident Donald Trump laut dem Weißen Haus weiterhin um ein Treffen zwischen Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj. Ziel sei es, „das Töten zu beenden und den Krieg zu beenden“. Doch Zweifel sind groß: Kanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärten, Putins Gesprächsbereitschaft sei nur vorgetäuscht. Sollte es nicht zu einem Gipfel kommen, müsse Trump einsehen, dass der Kreml-Chef ihn bloßgestellt habe.

OZD


OZD-Kommentar

Die Eskalation in der Ukraine zeigt, wie weit Russland bereit ist zu gehen, um die Ukraine in die Knie zu zwingen. 582 Raketen und Drohnen in einer Nacht – das ist eine Machtdemonstration, die nicht nur Kiew, sondern ganz Europa in Alarmbereitschaft versetzt. Doch gleichzeitig deutet alles darauf hin, dass Putin nicht an Frieden interessiert ist, sondern Zeit gewinnen will. Die westlichen Versuche, diplomatische Gespräche herbeizuführen, laufen ins Leere, während die Bevölkerung in der Ukraine jeden Tag mit Tod, Zerstörung und Angst lebt. Trump setzt auf ein Treffen, doch was bringt ein Dialog, wenn der russische Präsident weiter seine Angriffspläne durchzieht? Hier zeigt sich eine bittere Wahrheit: Ohne massiveren Druck, auch durch noch härtere Sanktionen und militärische Unterstützung, wird es keinen Frieden geben.


Lesermeinungen

„Jede Nacht hören wir diese Nachrichten, und immer mehr Kinder leiden. Wann greift Europa endlich härter durch?“ Niemals 
„Trump glaubt wirklich, er könne Putin an einen Tisch zwingen. Das ist naiv.“ Peter Lustig 
„Die Angriffe zeigen nur, dass Russland keinen Frieden will. Wir müssen der Ukraine mehr helfen – sofort.“ Hanna Dahl, Lippstadt 


OZD-Analyse

Fakten

Russland griff 14 ukrainische Regionen mit 582 Drohnen und Raketen an.

Mindestens ein Toter, 25 Verletzte in Saporischschja.

Ukraine attackierte Raffinerien in Krasnodar und Samara.

Trump drängt weiter auf Gipfeltreffen zwischen Putin und Selenskyj.

Bewertung
a) Militärische Dimension
– Russland demonstriert militärische Stärke und will die ukrainische Infrastruktur zermürben.
– Ukraine antwortet mit gezielten Angriffen auf Energie-Infrastruktur Russlands.
– Der Krieg weitet sich zunehmend auch auf strategische Industrieziele aus.

b) Politische Dimension
– Trump setzt auf Diplomatie, doch Glaubwürdigkeit Putins bleibt zweifelhaft.
– Merz und Macron zweifeln offen an Moskaus Gesprächsbereitschaft.
– Ein trilaterales Treffen könnte folgen, falls Putin Selenskyj weiter hinhält.

c) Humanitäre Dimension
– Zivilisten bleiben Hauptleidtragende der Angriffe.
– Versorgungsausfälle in mehreren Regionen verschärfen die Lage.
– Internationale Hilfsorganisationen schlagen Alarm wegen wachsender Opferzahlen.

Ausblick
– Kurzfristig ist mit weiteren massiven Angriffen Russlands zu rechnen, vor allem gegen Energie- und Versorgungsstrukturen.
– Die Chancen auf ein Gipfeltreffen sind gering, solange Moskau militärisch auf Eskalation setzt.
– Der Druck auf die EU und die USA, noch entschlossener auf Waffenlieferungen und Sanktionen zu setzen, wird steigen.


OZD-Erklärungen

Was ist Saporischschja?
Saporischschja ist eine Großstadt im Südosten der Ukraine und bekannt für ihre Industrie sowie das gleichnamige Kernkraftwerk, das größte Europas. Die Region gilt als strategisch hochsensibel und ist seit Beginn des Krieges immer wieder Ziel russischer Angriffe.

Wer ist Iwan Fedorow?
Iwan Fedorow ist der Gouverneur der Region Saporischschja. Er war zuvor Bürgermeister der Stadt Melitopol, wurde dort 2022 von russischen Truppen entführt und später ausgetauscht. Heute gilt er als Symbolfigur des ukrainischen Widerstands.

Was ist Komyschuwacha?
Komyschuwacha ist eine kleinere Ortschaft in der ostukrainischen Region Donezk. Sie liegt nahe wichtiger Nachschubwege und hat daher für Russland wie für die Ukraine eine militärische Bedeutung. Ihre Einnahme wird von Moskau als taktischer Erfolg verkauft.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.