Aufatmen im deutschen Basketball-Lager: Bundestrainer Àlex Mumbrú hat das Krankenhaus im finnischen EM-Spielort Tampere am Samstagabend verlassen. Der 46-Jährige wird nun im Teamhotel weiterhin medizinisch betreut, wie der Deutsche Basketball Bund am Sonntag bestätigte. Ob und wann der Spanier an die Seitenlinie zurückkehrt, ist allerdings offen.
„Er ist komplett in die Analyse involviert. Es geht ihm immer besser. Wie da der genaue Ablauf ist, ist seine Sache und die der medizinischen Abteilung. Am Ende geht die Gesundheit vor“, erklärte Interimscoach Alan Ibrahimagic, der auch im vorletzten Gruppenspiel gegen Außenseiter Großbritannien am Montag das Team betreuen wird.
Mumbrú war am vergangenen Montag nach der Ankunft in Finnland mit einem akuten Abdomens ins Krankenhaus eingeliefert worden. Seitdem hatte der Coach die ersten drei EM-Partien verpasst – allesamt Siege unter Ibrahimagic. Die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes sicherte sich dadurch frühzeitig die Teilnahme an der Finalrunde in Riga. Ob Mumbrú beim letzten Gruppenspiel am Mittwoch gegen Gastgeber Finnland wieder an der Seitenlinie stehen wird, bleibt vorerst unklar.
OZD
OZD-Kommentar
Der deutsche Basketball erlebt derzeit eine paradoxe Situation: Während Bundestrainer Mumbrú krankheitsbedingt fehlt, läuft es sportlich makellos. Drei Siege, überzeugende Auftritte – und doch bleibt ein Fragezeichen. Der Chefcoach ist nicht irgendeine Figur, er ist das Gesicht einer neuen Ära. Dass die Mannschaft ohne ihn funktioniert, zeigt Stärke, doch im Turnierverlauf wird seine Präsenz unverzichtbar. Sollte sich seine Genesung verzögern, droht dem Team eine Zerreißprobe zwischen sportlicher Euphorie und organisatorischer Unsicherheit. Nur wenn Mumbrú rechtzeitig zurückkehrt, wird Deutschland in der heißen Phase ein geschlossenes Signal der Stärke senden können.
Lesermeinungen
"Gesundheit geht vor – der Coach soll sich alle Zeit nehmen, die er braucht. Die Jungs packen das auch ohne ihn." – Thomas K., München
"Die Mannschaft beweist, dass sie auch ohne ihren Trainer stark genug ist. Das spricht für den Teamgeist." – Julia R., Köln
"Ich hoffe, dass Mumbrú bald zurückkehrt. Gerade in den K.o.-Spielen braucht es seine Erfahrung und seinen Blick von außen." – Daniel W., Frankfurt
OZD-Analyse
Bedeutung der Rückkehr von Mumbrú
– Der Bundestrainer ist der strategische Kopf der Mannschaft. Seine Abwesenheit zwingt die Spieler zu mehr Eigenverantwortung.
– Kurzfristig ist das kein Problem, langfristig könnte die fehlende Führung aber entscheidend werden.
Rolle von Alan Ibrahimagic
– a) Der Assistent füllt die Lücke souverän aus.
– b) Seine drei Siege zeigen, dass das System funktioniert.
– c) Doch er betont selbst, dass er nur Stellvertreter bleibt.
Psychologischer Aspekt für die Spieler
– Die unklare Situation kann motivierend wirken, wenn das Team beweisen will, auch ohne Chefcoach erfolgreich zu sein.
– Gleichzeitig birgt sie das Risiko, in entscheidenden Momenten Unsicherheit auszulösen.
OZD-Erklärung
Wer ist Àlex Mumbrú?
Àlex Mumbrú, geboren 1979 in Barcelona, ist seit 2024 Bundestrainer der deutschen Basketball-Nationalmannschaft. Als Spieler war er Forward, gewann mit Spanien 2006 die Weltmeisterschaft und holte 2008 Olympia-Silber. Nach seiner aktiven Karriere startete er eine erfolgreiche Laufbahn als Trainer in Spanien, unter anderem bei Bilbao Basket und Valencia. Mit seinem Wechsel nach Deutschland sollte er den amtierenden Weltmeister taktisch modernisieren und in Europa dauerhaft in die Spitze führen.
OZD-Erklärung
Medizinischer Hintergrund: Akutes Abdomen
Unter einem akuten Abdomen versteht man einen plötzlichen, oft lebensbedrohlichen Bauchschmerz, der durch verschiedene Ursachen wie Blinddarmentzündung, Darmverschluss oder Magen-Darm-Durchbruch ausgelöst werden kann. Typische Symptome sind starke Schmerzen, Abwehrspannung der Bauchmuskulatur, Übelkeit und Kreislaufprobleme. Eine schnelle medizinische Abklärung ist zwingend notwendig. Bei rechtzeitiger Behandlung ist die Genesung in der Regel vollständig möglich. Für Profisportler bedeutet ein akutes Abdomen eine kurzfristige Zwangspause, eine Rückkehr ist nach vollständiger Stabilisierung und Erholung jedoch meist problemlos machbar.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.