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Deutschland trainiert zu Hause: Fitnessgeräte erobern die Wohnzimmer

Fitness boomt in den eigenen vier Wänden: In jedem vierten Haushalt steht inzwischen ein Heimtrainer. Neue Zahlen zeigen, wie sehr Bewegung zum Alltag der Deutschen gehört – mit klaren sozialen Unterschieden.

In rund jedem vierten Haushalt in Deutschland steht mittlerweile ein Fitnessgerät. Wie das Statistisches Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte, verfügten die Menschen im Jahr 2023 über insgesamt 12,9 Millionen Heimtrainer wie Ergometer, Laufbänder oder Crosstrainer. Diese Geräte verteilten sich auf etwa 10,5 Millionen Haushalte, was einem Anteil von 25,6 Prozent entspricht. Damit ist die Verbreitung in den vergangenen Jahren weiter gestiegen – fünf Jahre zuvor lag der Anteil noch bei 23,3 Prozent.

Besonders deutlich zeigt sich ein Zusammenhang zwischen Einkommen und Ausstattung: Haushalte mit einem monatlichen Nettoeinkommen von 5000 Euro oder mehr besaßen zu 35,8 Prozent mindestens ein Fitnessgerät. Am unteren Ende der Einkommensskala fällt der Anteil deutlich geringer aus. Bei Haushalten mit weniger als 1300 Euro Nettoeinkommen verfügten lediglich 12,3 Prozent über einen Heimtrainer.

Parallel zur zunehmenden Ausstattung wächst auch die sportliche Aktivität insgesamt. Menschen ab zehn Jahren trieben im Jahr 2022 durchschnittlich 34 Minuten pro Tag Sport – egal ob zu Hause auf dem Heimtrainer, beim Joggen, Fußballspielen oder im Fitnessstudio. Zehn Jahre zuvor waren es im Schnitt noch 29 Minuten täglich. Die Deutschen bewegen sich also messbar mehr als früher. OZD


OZD-Kommentar – Fitness ist da, aber nicht für alle

Die Zahlen zeigen einen erfreulichen Trend: Deutschland bewegt sich mehr. Doch sie offenbaren auch eine soziale Schieflage. Fitness darf kein Luxusgut sein, das vom Einkommen abhängt. Während Wohlhabende auf Laufbändern schwitzen, bleibt Bewegung für viele mit geringem Einkommen eine Frage von Zeit, Raum und Geld. Wenn Prävention wirklich ernst gemeint ist, braucht es niedrigschwellige Angebote – nicht nur für die, die es sich leisten können.




Mini-Infobox

Heimtrainer in Deutschland: 12,9 Millionen

Haushalte mit Fitnessgerät: 25,6 Prozent

Höchster Anteil: Einkommen ab 5000 Euro (35,8 Prozent)

Durchschnittliche Sportzeit pro Tag: 34 Minuten

OZD-Analyse

Entwicklung der Heimfitness
a) Zunahme der Geräte in privaten Haushalten
b) Langfristiger Trend seit mindestens fünf Jahren
c) Heimtraining als Ergänzung zum Vereinssport

Soziale Unterschiede
a) Deutlich höhere Quote bei hohem Einkommen
b) Geringe Ausstattung bei einkommensschwachen Haushalten
c) Zugang zu Fitness als gesellschaftliche Frage

Sportverhalten insgesamt
a) Steigende tägliche Bewegungszeit
b) Breite Palette an Sportarten
c) Langfristiger Gesundheitsfaktor für die Gesellschaft


Erklärungen

Was zählt als Fitnessgerät?
Zu den erfassten Fitnessgeräten gehören unter anderem Ergometer, Laufbänder, Crosstrainer und ähnliche Trainingsgeräte für den Heimgebrauch.

Warum ist Bewegung statistisch relevant?
Regelmäßige körperliche Aktivität senkt nachweislich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und psychische Belastungen und ist daher ein zentraler Indikator für die Gesundheitslage der Bevölkerung.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.

OZD-Extras

Während Heimtrainer boomen, verlieren klassische Fitnessstudios vor allem in ländlichen Regionen zunehmend Mitglieder.