Während des Besuches von Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Kiew ist in der ukrainischen Hauptstadt Luftalarm ausgelöst worden. Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP berichteten am Dienstag von heulenden Sirenen und einer Warnung der Armee vor der „Gefahr einer ballistischen“ Rakete.
Bereits in der Nacht zuvor hatte die russische Armee zahlreiche ballistische Raketen auf die Ukraine abgefeuert. Die Angriffe trafen vor allem die Energieinfrastruktur. Hunderttausende Menschen sind nach ukrainischen Angaben bei Temperaturen um minus 20 Grad Celsius ohne Strom und Heizung.
Rutte war am Vormittag überraschend in Kiew eingetroffen. Mit Blick auf die nächtlichen Angriffe sprach er Moskau den Willen zu einem Frieden klar ab. Der Beschuss durch die russischen Streitkräfte bezeuge „keine ernsthaften Friedensbemühungen“, sagte der Nato-Generalsekretär bei einer Rede vor dem ukrainischen Parlament.
Zuvor hatte Rutte gemeinsam mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Blumen an einem Mahnmal für die während des russischen Angriffskrieges getöteten ukrainischen Soldaten niedergelegt.

Nach Angaben des ukrainischen Energieunternehmens DTEK handelte es sich um die schwersten Angriffe seit Jahresbeginn. In Kiew fiel in mehr als 1100 Wohnhäusern die Heizung aus, in der ostukrainischen Stadt Charkiw in rund 800 weiteren.
Die neuen Angriffe beendeten eine kurze Feuerpause. US-Präsident Donald Trump hatte nach eigenen Angaben den russischen Präsidenten Wladimir Putin wegen der extremen Kälte um eine zeitweilige Aussetzung der Angriffe gebeten. Laut Kreml endete diese Pause jedoch bereits adm Sonntag.
Vor rund einer Woche hatten Unterhändler Russlands und der Ukraine in Abu Dhabi erstmals direkt über einen von den USA vorgelegten Plan zur Beendigung der Kämpfe gesprochen. Weitere Gespräche sind für Mittwoch und Donnerstag geplant. OZD / ©AFP.
OZD-Kommentar – Sirenen statt Signale
Während Diplomaten reden, sprechen Raketen. Der Luftalarm während des Besuchs von Nato-Generalsekretär Mark Rutte ist ein erschütterndes Sinnbild dieses Krieges. Russland sendet kein Zeichen der Deeskalation, sondern demonstriert demonstrativ, dass selbst hochrangige internationale Besuche keinen Schutz bieten. Ruttes Worte im Parlament sind deshalb mehr als politische Rhetorik – sie spiegeln eine Realität wider, in der Friedensgespräche und Bombardements parallel laufen. Moskau nutzt Kälte, Dunkelheit und Angst als strategische Waffen. Wer unter diesen Umständen noch von ernsthaften Friedensbemühungen spricht, ignoriert die Fakten auf dem Boden.
Historischer Hintergrund
Seit Beginn des russischen Angriffskrieges im Februar 2022 setzt Moskau immer wieder gezielt auf Raketen- und Drohnenangriffe gegen die ukrainische Energieinfrastruktur. Besonders in den Wintermonaten sollen Ausfälle von Strom, Wasser und Heizung den Druck auf Bevölkerung und Regierung erhöhen. Internationale Besuche westlicher Spitzenpolitiker in Kiew gelten dabei bewusst als politische Provokation aus russischer Sicht.
Zukunftsprognose
Solange keine belastbare Waffenruhe vereinbart wird, dürften Angriffe auf ukrainische Städte auch während diplomatischer Initiativen weitergehen. Die parallele Führung von Gesprächen und militärischer Eskalation deutet darauf hin, dass Moskau Zeit gewinnen will. Für die Nato wird der Druck wachsen, ihre Unterstützung für die Ukraine weiter zu intensivieren – militärisch wie politisch.
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Frage:
Wovor warnte die ukrainische Armee während des Besuchs von Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Kiew?
A) Vor einem Drohnenangriff
B) Vor Artilleriebeschuss
C) Vor einer ballistischen Rakete
D) Vor einem Cyberangriff
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Mini-Infobox
– Besuch: Überraschungsbesuch Mark Rutte
– Warnung: Ballistische Rakete
– Temperaturen: bis minus 20 Grad
– Betroffene Haushalte in Kiew: über 1100
– Gespräche geplant: Mittwoch und Donnerstag
OZD-Analyse
Militärische Lage
a) Massive Raketenangriffe
b) Fokus auf Energieinfrastruktur
c) Eskalation trotz Gesprächen
Politische Signalwirkung
a) Angriff während Nato-Besuchs
b) Demonstration russischer Härte
c) Stärkung westlicher Geschlossenheit
Diplomatische Perspektive
a) Gespräche in Abu Dhabi
b) US-Vermittlungsversuch
c) Geringe Erfolgsaussichten kurzfristi
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Erklärung
Wer ist Mark Rutte?
Mark Rutte ist seit 2024 Generalsekretär der Nato. Der frühere
niederländische Ministerpräsident gilt als enger transatlantischer
Vermittler und setzt sich für eine langfristige Unterstützung der
Ukraine gegen den russischen Angriffskrieg ein.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.
OZD-Extras
Symbolik: Dass während eines Nato-Besuchs Luftalarm ausgelöst wird, unterstreicht die permanente Bedrohungslage in der ukrainischen Hauptstadt.

