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Merz zwischen Kaiserpalast und KI-Zukunft: China-Reise mit Signalwirkung

Zum Abschluss seiner China-Reise besucht Kanzler Merz die Verbotene Stadt und die Tech-Metropole Hangzhou. Neben Hightech und Großaufträgen geht es auch um geopolitische Spannungen – besonders mit Blick auf den Ukraine-Krieg.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) schließt am Donnerstag seinen zweitägigen Antrittsbesuch in China ab. Merz besuchte am Morgen zunächst die Verbotene Stadt in Peking aus der Kaiserzeit. Anschließend wohnt er in der chinesischen Hauptstadt der Präsentation autonom fahrender Fahrzeuge des deutschen Autobauers Mercedes bei.

Im Anschluss reist Merz weiter in die Technologie-Metropole Hangzhou. Nach einem Treffen mit dem Parteisekretär der Provinz Zhejiang, Wang Hao, am Mittag (Ortszeit) sind zwei Unternehmensbesuche geplant, darunter beim chinesischen Roboter-Hersteller Unitree und in einer Produktionsstätte von Siemens Energy für Hochspannungsleistungs- und Schutzschalter. Am Nachmittag reist Merz zurück nach Berlin, wo er in der Nacht eintrifft.

Merz hatte bei seinem Antrittsbesuch am Mittwoch zunächst Chinas Ministerpräsident Li Qiang und Staatspräsident Xi Jinping zu Gesprächen getroffen. Beide Seiten hatten dabei ihren Willen zur Vertiefung ihrer Beziehungen trotz vieler Streitpunkte vor allem im Wirtschaftsbereich geäußert. Für das Jahresende wurden deutsch-chinesische Regierungskonsultationen vereinbart.

Nach dem Treffen mit Präsident Xi kündigte Merz einen chinesischen Großauftrag für den europäischen Flugzeugbauer Airbus von bis zu 120 Maschinen an. Merz forderte die chinesische Führung bei dem Besuch auch erneut auf, bei den Bemühungen um eine Beendigung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine ihren Einfluss geltend zu machen.

OZD




OZD-Kommentar – Pragmatismus mit geopolitischem Risiko

Friedrich Merz setzt auf wirtschaftlichen Pragmatismus – und nimmt geopolitische Spannungen in Kauf. Die Bilder aus der Verbotenen Stadt und aus Hangzhou stehen symbolisch für den Spagat: historische Kulisse und digitale Zukunft. Deutschland braucht China als Handelspartner, gerade in Zeiten globaler Unsicherheit. Doch jede vertiefte Kooperation birgt Abhängigkeiten. Der Airbus-Großauftrag ist ein wirtschaftlicher Erfolg, zugleich aber auch Ausdruck strategischer Verflechtung. Besonders heikel bleibt die Ukraine-Frage. Kann Berlin Peking wirklich zu mehr Druck auf Moskau bewegen? Oder bleibt es bei höflichen Appellen? Merz’ Reise zeigt: Die deutsche China-Politik bewegt sich weiter auf einem schmalen Grat zwischen Kooperation und kritischer Distanz.

Historischer Hintergrund:
China ist seit Jahren einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands. Gleichzeitig bestehen Spannungen in Fragen von Marktzugang, Subventionen, Menschenrechten und geopolitischer Ausrichtung. Die Bundesregierung verfolgt offiziell eine Strategie der „De-Risking“-Politik, um wirtschaftliche Abhängigkeiten zu reduzieren.

Zukunftsprognose:
Sollten die angekündigten Regierungskonsultationen konkrete Ergebnisse liefern, könnte die wirtschaftliche Zusammenarbeit vertieft werden – insbesondere in Zukunftstechnologien. Gleichzeitig dürfte der Druck aus Brüssel und Washington wachsen, strategische Abhängigkeiten von China weiter zu begrenzen.



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Lesermeinungen:
"Deutschland braucht wirtschaftliche Stärke – aber nicht um jeden Preis."

"Der Airbus-Deal ist ein wichtiges Signal für Europas Industrie."

"Ob China beim Ukraine-Krieg wirklich Einfluss nimmt, bleibt fraglich."


Mini-Infobox

Anlass: Zweitägiger Antrittsbesuch

Stationen: Peking und Hangzhou

Wirtschaftsdeal: Bis zu 120 Airbus-Maschinen

Themen: Autonomes Fahren, Robotik, Energie

Politischer Schwerpunkt: Ukraine-Krieg und bilaterale Beziehungen



OZD-Analyse

Wirtschaftliche Dimension
a) Airbus-Großauftrag
– Stärkung europäischer Industrie
– Signal an internationale Märkte
b) Technologietransfer und Kooperation
– Autonomes Fahren
– Robotik und Energieinfrastruktur
c) De-Risking-Strategie
– Balance zwischen Nähe und Vorsicht
– Reduzierung strategischer Abhängigkeiten

Geopolitische Komponente
a) Ukraine-Krieg
– Appell an chinesischen Einfluss auf Russland
– Ungewisse Wirkung
b) EU-China-Beziehungen
– Spannungen bei Handel und Subventionen
– Wettbewerb um Technologieführerschaft
c) Rolle Deutschlands
– Vermittler zwischen EU und China
– Wirtschaftlicher Schwergewichtsfaktor

Symbolik und Diplomatie
a) Besuch der Verbotenen Stadt
– Kulturelle Geste
– Respekt gegenüber Gastgeber
b) Reise nach Hangzhou
– Fokus auf Zukunftstechnologien
– Wirtschaftsdiplomatie
c) Regierungskonsultationen
– Institutionalisierung des Dialogs
– Möglichkeit konkreter Projekte


Wer ist Friedrich Merz?
Friedrich Merz ist Bundeskanzler Deutschlands und Vorsitzender der CDU. Er verfolgt eine wirtschaftsnahe Politik und betont die Bedeutung internationaler Handelsbeziehungen, insbesondere mit großen Wirtschaftsmächten wie China.

Was ist Hangzhou?
Hangzhou ist die Hauptstadt der chinesischen Provinz Zhejiang und gilt als bedeutende Technologie- und Innovationsmetropole. Mehrere große Technologieunternehmen haben dort ihren Sitz, und die Stadt ist ein Zentrum für digitale Wirtschaft und Robotik.

OZD-Extras
Interessant: Hangzhou ist nicht nur Tech-Zentrum, sondern auch Standort zahlreicher KI-Start-ups – ein Bereich, in dem Deutschland und China sowohl Partner als auch Wettbewerber sind.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.