Übersicht
Die FIFA soll rund 15 Milliarden US-Dollar eingenommen haben.
Erstmals nahmen 48 Nationalmannschaften an einer WM teil.
Insgesamt wurden 104 Spiele ausgetragen.
Eine Erweiterung auf 64 Teams wird bereits diskutiert.
Die auf 48 Mannschaften und 104 Spiele ausgeweitete Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada ist für den Fußball-Weltverband FIFA offenbar zu einem wirtschaftlichen Triumph geworden. Nach einem Bericht des britischen „Guardian“ übertreffen die Einnahmen sämtliche bisherigen Erwartungen deutlich. Statt der ursprünglich kalkulierten elf Milliarden US-Dollar soll die FIFA rund 15 Milliarden US-Dollar (etwa 13,1 Milliarden Euro) eingenommen haben – so viel wie nie zuvor bei einer Weltmeisterschaft.
Nach Informationen des „Guardian“ informierte FIFA-Präsident Gianni Infantino die 211 Mitgliedsverbände am Samstag (Ortszeit) über die Rekordeinnahmen. Besonders stark entwickelt hätten sich die Erlöse aus Hospitality-Angeboten sowie dem Ticketverkauf. Einen erheblichen Anteil daran soll der offizielle Zweitmarkt für Eintrittskarten gehabt haben.
Auf der Wiederverkaufsplattform kassiert die FIFA sowohl vom Verkäufer als auch vom Käufer jeweils 15 Prozent Gebühren. Verkäufer dürfen ihre Ticketpreise dabei selbst festlegen. Kritiker sehen darin einen legalisierten Schwarzmarkt und werfen dem Weltverband vor, von stark steigenden Wiederverkaufspreisen zusätzlich zu profitieren.
Zum Vergleich: Bei der Winter-Weltmeisterschaft 2022 in Katar lagen die Gesamteinnahmen der FIFA noch bei rund 5,8 Milliarden US-Dollar. Die jetzt erstmals mit 48 Nationalmannschaften und 104 Spielen ausgetragene XXL-WM markiert damit einen historischen wirtschaftlichen Meilenstein. Gleichzeitig diskutiert der Weltverband bereits die nächste Expansion des Turniers. Im Raum steht eine weitere Aufstockung auf künftig 64 Teilnehmer.
Die enormen Einnahmen verschaffen Gianni Infantino zugleich erheblichen politischen Einfluss innerhalb des Weltverbandes. Ein Großteil der Erlöse fließt an die 211 Mitgliedsverbände, wodurch der FIFA-Präsident seine internationale Unterstützung weiter festigen kann.
Nach Angaben des „Guardian“ sollen bereits "mehr als 200" nationale Verbände ein Unterstützungsschreiben für eine Wiederwahl Infantinos bis 2031 unterzeichnet haben. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gehört dem Bericht zufolge nicht zu den Unterzeichnern. Die Diskussion um Infantinos politische Rolle erhielt zuletzt zusätzliche Brisanz, nachdem die Sperre des US-Nationalspielers Folarin Balogun nach einem Telefonat zwischen US-Präsident Donald Trump und dem FIFA-Präsidenten ausgesetzt worden war.
Auch die Vereinigten Staaten könnten langfristig von dem wirtschaftlichen Erfolg profitieren. Da die Turniere ab dem Jahr 2038 bislang noch nicht vergeben sind, brachte Donald Trump bereits eine erneute Austragung in den USA ins Spiel.
"Diese WM war so erfolgreich, dass wir die USA einfach noch einmal auswählen sollten", sagte der US-Präsident: "Dieses Mal lassen wir Mexiko und Kanada außen vor."
Mit den Rekordeinnahmen dürfte die Diskussion über die zunehmende Kommerzialisierung des Weltfußballs weiter an Fahrt gewinnen. Gleichzeitig zeigt das Turnier, welche wirtschaftliche Dimension internationale Sportgroßereignisse inzwischen erreicht haben.
OZD/SID
OZD-Kommentar – Milliarden für die FIFA, aber wem nützt der Fußball wirklich?
15 Milliarden US-Dollar sind eine beeindruckende Zahl – sie werfen aber auch unbequeme Fragen auf. Während Fans weltweit immer höhere Ticketpreise bezahlen und sich über teure Hospitality-Angebote ärgern, erzielt die FIFA historische Rekordgewinne. Besonders kritisch ist das Geschäftsmodell des offiziellen Ticket-Zweitmarktes, bei dem der Weltverband auf beiden Seiten kräftig mitverdient. Der Fußball droht sich immer weiter von seinen Anhängern zu entfernen. Gleichzeitig verschafft der Geldsegen Gianni Infantino enorme politische Macht innerhalb der FIFA. Wer Milliarden verteilt, sichert sich oft auch Loyalität. Die Debatte über Transparenz, Kontrolle und demokratische Strukturen im Weltverband dürfte daher weiter an Schärfe gewinnen.
Historischer Hintergrund
Die FIFA ist der weltweit größte Fußballverband und organisiert seit 1930 die Fußball-Weltmeisterschaft. Mit jeder Turnierausgabe stiegen Reichweite und wirtschaftliche Bedeutung erheblich. Während bei früheren Weltmeisterschaften noch vergleichsweise geringe Einnahmen erzielt wurden, entwickelte sich das Turnier durch weltweite TV-Rechte, Sponsoring, Hospitality-Angebote und Ticketverkäufe zu einer der lukrativsten Sportveranstaltungen überhaupt. Die Weltmeisterschaft 2022 in Katar brachte rund 5,8 Milliarden US-Dollar ein. Die erstmals in den USA, Mexiko und Kanada mit 48 Mannschaften ausgetragene XXL-WM setzte nun einen völlig neuen wirtschaftlichen Maßstab. Gleichzeitig wächst international die Diskussion über eine weitere Ausweitung auf 64 Teilnehmer sowie über die zunehmende Kommerzialisierung des Weltfußballs.
Zukunftsprognose
Der wirtschaftliche Erfolg dürfte die FIFA darin bestärken, ihre Expansionsstrategie konsequent fortzusetzen. Eine weitere Vergrößerung des Teilnehmerfeldes erscheint realistischer denn je. Gleichzeitig steigen die Chancen der USA, künftig erneut Gastgeber einer Weltmeisterschaft zu werden. Politisch stärkt der Milliardenüberschuss die Position Gianni Infantinos vor der geplanten Wiederwahl bis 2031 erheblich. Wirtschaftlich dürften Sponsoren, Medienunternehmen und Austragungsländer verstärkt um künftige Weltmeisterschaften konkurrieren. Gleichzeitig wächst weltweit der Druck auf die FIFA, ihre Einnahmen transparenter zu verwenden und die Interessen der Fans stärker zu berücksichtigen.
Gewinnspiel
Frage: Wie hoch sollen die Einnahmen der FIFA durch die XXL-Weltmeisterschaft laut „Guardian“ gewesen sein?
A) 5 Milliarden US-Dollar
B) 8 Milliarden US-Dollar
C) 11 Milliarden US-Dollar
D) 15 Milliarden US-Dollar
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Rekordwirtschaft
– Die XXL-WM entwickelt sich zur finanziell erfolgreichsten Fußball-Weltmeisterschaft der Geschichte.
Wesentliche Einnahmequellen
– a) Hospitality-Angebote mit Premium-Paketen.
– b) Ticketverkauf einschließlich des offiziellen Zweitmarktes.
– c) Internationale Vermarktungs- und Medienrechte.
Folgen
– Die FIFA gewinnt erheblich an wirtschaftlicher und politischer Macht. Gleichzeitig verschärfen sich die Diskussionen über Kommerzialisierung, Transparenz und den Einfluss des Weltverbandes auf den internationalen Fußball.
Erklärungen
Wer ist Gianni Infantino?
Gianni Infantino ist seit 2016 Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA. Der Schweizer gilt als treibende Kraft hinter der Erweiterung der Weltmeisterschaft auf 48 Mannschaften und strebt eine weitere Amtszeit bis 2031 an.
Was ist die FIFA?
Die Fédération Internationale de Football Association (FIFA) ist der Weltfußballverband mit 211 Mitgliedsverbänden. Sie organisiert unter anderem die Fußball-Weltmeisterschaften und zählt zu den einflussreichsten Sportorganisationen der Welt.
OZD-Extras
Mit 104 Spielen war die Weltmeisterschaft 2026 die größte in der Geschichte des Turniers. Allein dadurch entstanden zusätzliche Vermarktungsmöglichkeiten, mehr Fernsehrechte, höhere Sponsoringerlöse und deutlich steigende Ticketeinnahmen – ein Geschäftsmodell, das die FIFA künftig weiter ausbauen dürfte.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild: SID