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Nach Münchens Olympia-Entscheidung: Weikert kündigt Rückzug von DOSB-Spitze an

Thomas Weikert kandidiert im Dezember nicht erneut als DOSB-Präsident. Mitten in der deutschen Olympia-Bewerbung beginnt damit die Suche nach seiner Nachfolge.

Fakten im Überblick

Thomas Weikert wird bei der DOSB-Mitgliederversammlung am 5. Dezember nicht erneut für das Präsidentenamt kandidieren.

Der 64-Jährige steht seit 2021 an der Spitze des Deutschen Olympischen Sportbundes.

Die Bewerbungsfrist für mögliche Nachfolgerinnen und Nachfolger endet am 30. Oktober.

Beim Deutschen Olympischen Sportbund steht ein Führungswechsel bevor. Präsident Thomas Weikert wird bei der Mitgliederversammlung am 5. Dezember in Frankfurt am Main nicht für eine weitere Amtszeit kandidieren. Der seit 2021 amtierende Chef des deutschen Sport-Dachverbandes gab seine Entscheidung am Donnerstag in einem offenen Brief bekannt. Der Rückzug kommt zu einem bedeutenden Zeitpunkt: Erst wenige Tage zuvor hatte der DOSB München zum deutschen Bewerber für Olympische und Paralympische Sommerspiele bestimmt. Nun muss der Verband nicht nur seine internationale Bewerbung vorantreiben, sondern zugleich eine neue Führung finden.

Weikert begründete seinen Entschluss vor allem mit der persönlichen Belastung, die eine weitere vierjährige Amtszeit mit sich bringen würde. Am 15. November wird er 65 Jahre alt. Das sei zwar „heute längst kein biblisches Alter mehr“, schrieb Weikert, doch er spüre, dass er nicht mehr die Kraft aufbringen könne, sich weitere vier Jahre mit der notwendigen Intensität dem Präsidentenamt zu widmen. Für den DOSB sei aus seiner Sicht weniger als voller Einsatz keine Option.

Mit Weikerts Verzicht endet im Dezember eine Amtszeit, die 2021 in einer schwierigen Phase des DOSB begonnen hatte. Der frühere Präsident des Deutschen Tischtennis-Bundes und des Tischtennis-Weltverbandes ITTF war damals zum Nachfolger von Alfons Hörmann gewählt worden. 2022 bestätigte ihn die Mitgliederversammlung für eine reguläre vierjährige Amtszeit.

Seine Entscheidung eröffnet nun das Rennen um eines der wichtigsten Ämter im deutschen Sport. Der DOSB hat bereits eine Findungskommission eingesetzt, die mögliche Kandidatinnen und Kandidaten sondieren soll. Die Frist für Bewerbungen endet am 30. Oktober, bevor die Mitgliederversammlung Anfang Dezember über die neue Verbandsspitze entscheidet.

Als mögliche Bewerber werden unter anderem Sportmanager Michael Mronz und Martin Engelhardt, Präsident der Deutschen Triathlon Union, genannt. Mronz ist Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees und gehört dadurch auch dem DOSB-Präsidium an. Zu einer möglichen Kandidatur hatte er sich zuletzt nicht festgelegt. Engelhardt sitzt ebenfalls im DOSB-Präsidium und kennt einen Kampf um das Präsidentenamt bereits: 2018 trat er kurzfristig gegen den damaligen Amtsinhaber Alfons Hörmann an. Ob und wer tatsächlich kandidiert, steht bislang nicht fest.

Die Personalentscheidung bekommt zusätzliche Bedeutung durch die deutsche Olympia-Bewerbung. Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Baden-Baden hatte der DOSB München als deutschen Kandidaten ausgewählt. Die bayerische Landeshauptstadt soll nun für Olympische und Paralympische Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 in den internationalen Bewerbungsprozess gehen.

Damit wird Weikerts Nachfolgerin oder Nachfolger unmittelbar mit einem der ambitioniertesten deutschen Sportprojekte der kommenden Jahre konfrontiert. Die Bewerbung muss gegenüber dem Internationalen Olympischen Komitee positioniert, politisch begleitet und in Deutschland gesellschaftlich verankert werden. Gerade durch Mronz' Mitgliedschaft im IOC bekommt die Diskussion über seine mögliche Kandidatur zusätzliche Aufmerksamkeit – eine Bewerbung um das DOSB-Präsidentenamt hat er bislang jedoch nicht angekündigt.

Weikert selbst will die verbleibenden Wochen seiner Amtszeit nutzen, um den Übergang vorzubereiten. Am 5. Dezember entscheidet sich in Frankfurt damit nicht nur, wer künftig an der Spitze des größten deutschen Sport-Dachverbandes steht. Es wird auch darüber entschieden, wer den DOSB durch eine Phase führen soll, in der Deutschland nach langer Pause wieder Olympische und Paralympische Sommerspiele ins Land holen möchte.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Führungswechsel in einer entscheidenden Phase

Thomas Weikerts Rückzug kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der DOSB vor besonders weitreichenden Aufgaben steht. Mit München ist die nationale Entscheidung über die Olympia-Bewerbung gefallen. Jetzt beginnt die schwierigere internationale Phase.

Für den DOSB bedeutet das: Die kommende Präsidentin oder der kommende Präsident übernimmt nicht nur einen großen Sportverband, sondern auch die politische und internationale Begleitung einer Bewerbung, die sich über Jahre hinziehen kann. Erfahrung im organisierten Sport wird dabei ebenso eine Rolle spielen wie internationale Vernetzung und die Fähigkeit, unterschiedliche Interessen innerhalb des deutschen Sports zusammenzuführen.

Welche Kandidatinnen und Kandidaten diese Aufgabe übernehmen wollen, wird sich bis zum Ende der Bewerbungsfrist zeigen. Erst dann lässt sich auch einschätzen, welche unterschiedlichen Vorstellungen über die künftige Ausrichtung des DOSB zur Wahl stehen.

Historischer Hintergrund

Der Deutsche Olympische Sportbund entstand 2006 durch den Zusammenschluss des Deutschen Sportbundes und des Nationalen Olympischen Komitees für Deutschland. Er ist die Dachorganisation des organisierten Sports in Deutschland und vertritt Millionen Mitgliedschaften in Sportvereinen.

Thomas Weikert übernahm das Präsidentenamt 2021 nach einer turbulenten Phase unter seinem Vorgänger Alfons Hörmann. Zuvor hatte Weikert umfangreiche Erfahrung in internationalen Sportorganisationen gesammelt. Von 2014 bis 2021 stand er an der Spitze des Tischtennis-Weltverbandes ITTF.

Ein wichtiges Thema seiner Amtszeit wurde die Frage nach einer erneuten deutschen Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele. Nach mehreren gescheiterten oder zurückgezogenen Anläufen hat der DOSB mit der Entscheidung für München nun einen neuen Versuch gestartet.

Zukunftsprognose

Bis zum Ende der Bewerbungsfrist am 30. Oktober dürfte sich klären, welche Personen tatsächlich um Weikerts Nachfolge antreten. Die Wahl erfolgt am 5. Dezember bei der DOSB-Mitgliederversammlung in Frankfurt am Main.

Für die neue Führung wird die Olympia-Bewerbung zu einer zentralen Aufgabe. München soll für Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 positioniert werden. Welches Austragungsjahr letztlich angestrebt werden kann, hängt auch vom weiteren Dialog mit dem Internationalen Olympischen Komitee ab.

Daneben warten weitere Themen: Finanzierung des Spitzensports, Nachwuchsförderung, Leistungssportstrukturen, Integrität und die Interessen des Breitensports. Der Wechsel an der Spitze dürfte deshalb auch eine Diskussion darüber auslösen, welche Schwerpunkte der DOSB in den kommenden Jahren setzen soll.

Wer ist Thomas Weikert?

Thomas Weikert ist ein deutscher Sportfunktionär und Jurist. Er führte zunächst den Deutschen Tischtennis-Bund und später den internationalen Tischtennis-Verband ITTF. Seit 2021 steht er als Präsident an der Spitze des DOSB.

Wer ist Michael Mronz?

Michael Mronz ist ein deutscher Sportmanager und Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees. Durch seine IOC-Mitgliedschaft gehört er auch dem Präsidium des DOSB an. In Medienberichten wird er als möglicher Bewerber für die Nachfolge Weikerts genannt. Eine Kandidatur ist bislang nicht bestätigt.

Was ist der DOSB?

Der Deutsche Olympische Sportbund ist die Dachorganisation des deutschen Sports. Zu seinen Aufgaben gehören die Interessenvertretung des organisierten Sports sowie die olympische Bewegung in Deutschland. Der DOSB spielt zudem die zentrale Rolle bei deutschen Bewerbungen um Olympische und Paralympische Spiele.

OZD-Extra – Olympia wird zur Schlüsselaufgabe des neuen Präsidenten

Selten fällt ein Führungswechsel beim DOSB zeitlich so unmittelbar mit einer wichtigen Olympia-Entscheidung zusammen. Nur wenige Tage vor Weikerts Rückzugsankündigung setzte sich München im nationalen Auswahlverfahren durch. Damit wird die internationale Olympia-Bewerbung von Beginn an zu einem der zentralen Projekte der neuen Verbandsspitze.

München hat bereits olympische Geschichte geschrieben: 1972 fanden dort die Sommerspiele statt. Mehr als sechs Jahrzehnte später könnte die Stadt nun erneut Gastgeber werden – allerdings frühestens 2036.

Gewinnspiel

Seit welchem Jahr ist Thomas Weikert Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes?

A: 2017

B: 2019

C: 2021

D: 2024

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.