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Münchens Olympia Traum trifft auf starke Welt Konkurrenz

München konkurriert mit sechs olympischen Bewerbern aus drei Kontinenten um die Sommerspiele 2036. Das IOC nennt erstmals die Rivalen.

Fakten im Überblick

München kämpft mit sechs Ländern aus Europa, Asien und Afrika um die Olympischen Sommerspiele 2036.

Das IOC prüft aktuell die Konzepte im sogenannten "Continuous Dialogue".

Die endgültige Entscheidung des IOC wird im Sommer 2029 erwartet.

Der Kampf um die Olympischen Sommerspiele 2036 ist eröffnet und München ist mittendrin. Die bayerische Metropole tritt als einzige deutsche Stadt gegen sechs internationale Rivalen aus Europa, Asien und Afrika an. Das Internationale Olympische Komitee listete am Dienstag Ungarn, die Türkei, Indien, Katar, Südkorea und Südafrika als offizielle Konkurrenten für die Austragung der Spiele in zwölf Jahren. Alle Bewerber befinden sich derzeit im "Continuous Dialogue" mit dem IOC. Städte wie Ahmedabad, Doha, Budapest und Istanbul gelten als besonders aussichtsreiche Kandidaten. Wer in Südafrika und Südkorea antreten könnte, ist noch offen; im Gespräch sind Kapstadt, Durban, Johannesburg sowie die Provinz Jeonbuk-do.

Die Bewerbungsphase ist zeitlich eng getaktet: Bis zum 31. Oktober können weitere Interessenten in das Verfahren einsteigen. Bereits im November sollen die Bewerber im virtuellen Format der "Future Host Commission" ihre Konzepte präsentieren. Im März 2027 will das IOC diese Auswahl reduzieren, bevor es 2028 zu einem gezielten Dialog mit ausgewählten Städten kommt. Die finale Entscheidung fällt dann im Sommer 2029.

Für München ist die Olympiabewerbung weit mehr als ein städtebauliches Prestigeprojekt. Bereits 1972 war die Stadt Gastgeber der letzten Sommerspiele in Deutschland, kann also Erfahrung und Tradition in die Waagschale werfen. Der Deutsche Olympische Sportbund setzte sich mit der Münchner Bewerbung gegen Köln und Rhein-Ruhr durch. Das Bewerbungskonzept ist grundsätzlich auf die Jahre 2036, 2040 und 2044 ausgerichtet, um maximale Flexibilität zu ermöglichen.

Das IOC betont, dass es sich bei der Auswahl der Gastgeber auf "technischer Faktoren" stützt. Dazu gehören der Masterplan für die Wettkampfstätten, das Athletenerlebnis, die Finanzierungsstrategie, Kompetenzen für die Durchführung eines Megaevents, politische und öffentliche Unterstützung sowie Nachhaltigkeit. Der Deutsche Olympische Sportbund sieht sich hier mit München gut aufgestellt. Indien will mit einer erfolgreichen Bewerbung die wachsende Bedeutung des Landes unterstreichen, in Katar steht die vorhandene Infrastruktur durch die Fußball-WM 2022 bereit. Die Türkei gibt nicht auf und peilt nach dem Scheitern für die Spiele 2020 erneut eine Ausrichtung an.

IOC-Präsidentin Kirsty Coventry betonte die besondere Vielfalt der Olympischen Spiele. "Ich hatte das Glück, an fünf Olympischen Spielen auf vier Kontinenten teilzunehmen. Jede Veranstaltung hatte ihren ganz eigenen Charakter", sagte sie. "Jeder Gastgeber brachte durch seine Menschen, seine Kultur und die Art der Ausrichtung der Spiele eine ganz eigene Note ein. Doch ganz gleich, wo die Spiele stattfinden – eines darf sich niemals ändern: Die Athleten müssen im Mittelpunkt unseres gesamten Handelns stehen". Zuletzt sei von einer zweistelligen Zahl an Bewerbern die Rede gewesen, unter denen Santiago de Chile oder Madrid noch als interessiert galten, mittlerweile jedoch nicht mehr auf der IOC-Liste stehen. Die Konkurrenz dürfte auch in Zukunft nicht kleiner werden. "Etliche Nationale Olympische Komitees" führen "unverbindliche Gespräche mit dem IOC über die Ausrichtung künftiger Olympischer Spiele nach 2036", teilte das IOC mit.

OZD/AFP

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OZD-Kommentar – Münchens Olympia-Chance – mehr als nur ein Wettstreit

Die Vielfalt der Bewerber für die Olympischen Sommerspiele 2036 zeigt eindrucksvoll, dass der Wettbewerb härter wird denn je. München steht mit seiner Erfahrung, der Tradition von 1972 und einer bis ins Detail ausgearbeiteten Bewerbung im Rampenlicht. Doch diese Stärke bedeutet nicht, dass ein deutscher Zuschlag selbstverständlich ist. Die Konkurrenz bietet hochmoderne Infrastruktur, große politische Ambitionen oder den erstmals geplanten olympischen Neubeginn auf ihrem Kontinent. Besonders spannend wird die Entwicklung in Indien und Katar: Beide Länder investieren massiv, um ihren internationalen Status mit den Spielen zu untermauern. Für München braucht es mehr als Routine und gute Konzepte – es braucht Begeisterung, gesellschaftliche Unterstützung und einen langen Atem. Auch wenn nicht jeder Bewerber mit offenen Karten spielt, werden alle am Ende nach denselben strengen Kriterien beurteilt: Nachhaltigkeit, Infrastruktur, Finanzierung und vor allem das Erlebnis der Athleten zählen. Mein Eindruck: Der Bewerbungsprozess wird zum Drahtseilakt zwischen Politik, Sport und Emotionen. Deutschland hat eine echte Chance, doch nichts ist garantiert. Wahrscheinlich wird die Konkurrenz weiterwachsen und der Weg bis 2029 noch überraschende Wendungen parat halten.

Historischer Hintergrund

Olympische Sommerspiele haben eine lange, globale Geschichte. Die letzten Sommerspiele in Deutschland fanden 1972 in München statt. Das internationale Bewerbungsverfahren durch das IOC wurde in den vergangenen Jahren reformiert, um flexibler auf die Bedürfnisse von Städten und Ländern reagieren zu können. Zahlreiche Länder sehen in einer Olympia-Austragung einen Weg, ihr internationales Ansehen zu stärken und groß angelegte Investitionen zu rechtfertigen. In den letzten Jahren wurde die Liste der Bewerber stets kürzer, doch für 2036 zeigen sich wieder viele Länder interessiert. Die Auswahl erfolgt nun in mehreren Stufen und setzt einen intensiven Dialog zwischen den Bewerbern und dem IOC voraus.

Zukunftsprognose

Sollte München den Zuschlag erhalten, könnte die Stadt ein neues Kapitel olympischer Geschichte in Deutschland aufschlagen. Politisch und wirtschaftlich wäre die Austragung der Spiele ein gigantisches Projekt mit weltweit beachteter Strahlkraft. Auch die anderen Bewerberländer erwarten von einer erfolgreichen Bewerbung einen Imagegewinn und neue Investitionen. Die weitere Entwicklung hängt maßgeblich von der Ausarbeitung der Bewerberkonzepte und der Unterstützung in der eigenen Bevölkerung ab. Es ist zu erwarten, dass das Bewerberfeld bis 2029 noch wächst und die Anforderungen des IOC an Nachhaltigkeit und finanzielle Machbarkeit weiter zunehmen.

Erklärungen

Was ist der "Continuous Dialogue" beim IOC?

Unter "Continuous Dialogue" versteht das Internationale Olympische Komitee einen laufenden, offenen Austausch mit interessierten Bewerberstädten. In dieser Phase werden Konzepte geprüft, Fragen gestellt und Rahmenbedingungen abgestimmt. Sie ist die erste Stufe im komplexen Bewerbungsverfahren um Olympische Spiele.

Wer entscheidet über die Olympischen Sommerspiele?

Die endgültige Entscheidung liegt bei der Session des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Zuvor beurteilt eine Kommission nach umfangreicher Prüfung die besten Bewerber und empfiehlt die Favoriten zur Abstimmung.

OZD-Extras

2022 richtete Katar bereits erfolgreich die Fußball-WM aus und setzt nun auf die bewährte Infrastruktur für die Olympiabewerbung.

Indien möchte mit einer Olympiabewerbung ein politisches Zeichen setzen und seine Rolle als internationale Großmacht festigen.

Zur Zeit der Entscheidung im Sommer 2029 werden nicht nur geopolitische, sondern auch wirtschaftliche Faktoren eine Rolle spielen. Auswirkungen auf Aktienmärkte und Währungen zeigen sich üblicherweise nach der Vergabe. Bei der aktuellen Bewerbungsphase zeichnen sich noch keine konkreten Effekte ab.

Gewinnspiel

Wie viele Länder treten als offizielle Bewerber für die Sommerspiele 2036 an?

A) Sechs

B) Sieben

C) Acht

D) Fünf

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.