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Streit um Liveübertragung der Hinrichtung in den USA

Politiker und UNO warnen vor der geplanten ersten Liveübertragung einer Hinrichtung durch die US-Armee. Das Vorhaben spaltet die USA scharf.

Fakten im Überblick

Die Hinrichtung von Nidal Hasan soll am 3. Dezember in Texas live übertragen werden.

US-Politiker und die UNO kritisieren den geplanten Livestream scharf.

Es wäre die erste öffentliche Exekution in den USA seit mehr als 90 Jahren.

Die geplante Liveübertragung der Hinrichtung von Nidal Hasan in den USA sorgt für scharfe politische und internationale Debatten. Nachdem Verteidigungsminister Pete Hegseth ankündigte, die Erschießung des zum Tode verurteilten Attentäters am 3. Dezember auf dem Militärstützpunkt Fort Hood in Texas erstmals live öffentlich zu übertragen, fand er sich heftiger Kritik ausgesetzt. Hegseth hatte erklärt, "und wir werden dafür sorgen, dass die Leute zusehen können, dass es öffentlich ist". Dies wäre die erste Exekution durch die US-Armee seit etwa 65 Jahren und die erste öffentliche Hinrichtung in den Vereinigten Staaten seit mehr als 90 Jahren.

Die Empörung reicht von Republikanern bis zu Demokraten. Viele warnen davor, dass eine öffentliche Hinrichtung an autoritäre Regime und Extremisten erinnere. Vizepräsident JD Vance meldete Zweifel an, ob die Liveübertragung überhaupt stattfinden werde, und stellte klar: "Wenn es live übertragen wird, werde ich es mir nicht anschauen." Präsident Donald Trump äußerte sich zur Ankündigung des Verteidigungsministers nicht ausdrücklich, bezeichnete Nidal Hasan aber als "Wahnsinniger" und sagte, er habe die Hinrichtung "verdient". Der republikanische Abgeordnete Austin Scott betonte: "Amerika ist besser als das". Senator Thom Tillis nannte die geplante öffentliche Exekution "mehr als ekelhaft" und sagte: "was unterdrückerische Diktaturen wie im Iran oder in Afghanistan machen. Es sollte nicht in Amerika geschehen". Demokratische Politiker kritisierten das Vorhaben als "mittelalterlich" und "barbarisch".

Das UN-Menschenrechtskommissariat stufte die Pläne als "Folter" ein. UN-Menschenrechtsbeauftragter Volker Türk warnte: "Die Liveübertragung einer Hinrichtung ist gleichbedeutend mit einer öffentlichen Hinrichtung und würde gegen das absolute Folterverbot verstoßen". Er nannte öffentliche Exekutionen zudem "eine Form von grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Bestrafung". Öffentliche Exekutionen sind heutzutage vor allem aus autoritären Staaten bekannt. Auch im US-Kongress gab es daher parteiübergreifend Warnungen, sich damit auf eine Stufe mit solchen Ländern oder Extremistengruppen zu stellen.

Nidal Hasan, ein heute 56-jähriger muslimischer US-Bürger palästinensischer Herkunft und früherer Armeepsychiater, war 2013 zum Tode verurteilt worden, weil er 2009 in Fort Hood 13 Menschen erschossen und rund 30 weitere verletzt hatte. Nach eigenen Angaben handelte er aus Protest gegen den Afghanistaneinsatz der USA. Nach einer Verletzung ist Hasan auf einen Rollstuhl angewiesen. Die Hinrichtungsdebatte in den USA wurde zuletzt durch die fehlgeschlagene Exekution von Christa Pike in Tennessee befeuert: Sie überlebte zweimal die übliche Giftspritze. In diesem Jahr wurden laut Angaben bereits 30 Todesurteile vollstreckt, im Vorjahr waren es 47 – die höchste Zahl seit 2009.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Amerikanisches Werteversprechen auf dem Spiel

Die geplante Liveübertragung einer Hinrichtung in den Vereinigten Staaten setzt einen gefährlichen Präzedenzfall – gerade, weil das Land traditionell für Freiheit und Menschenrechte stehen will. Indem Amerikas oberster Militär eine öffentliche Exekution zur Schau stellen will, droht die Grenze zwischen Justiz und Zurschaustellung zu verschwimmen. Die heftigen Reaktionen aus beiden politischen Lagern und von internationalen Organisationen zeigen, wie sensibel dieses Thema ist und wie sehr eine Grenzüberschreitung befürchtet wird. Jede Anlehnung an Praktiken autoritärer Staaten beschädigt das ohnehin hart umkämpfte moralische Fundament der USA. Es ist wahrscheinlich, dass die anhaltende Kritik das Vorhaben zu Fall bringt – der innenpolitische und außenpolitische Schaden aber wird bleiben.

Historischer Hintergrund

In den Vereinigten Staaten sind öffentliche Hinrichtungen seit mehr als 90 Jahren Geschichte. Die US-Armee hat seit rund 65 Jahren keine Todesstrafe mehr vollstreckt. Öffentliche Exekutionen galten international meist als Zeichen autoritärer Herrschaft, etwa in Iran, Afghanistan oder Nordkorea. Die Debatte in den USA wird seit Jahren intensiv geführt, besonders nach spektakulären Vollstreckungen oder gescheiterten Hinrichtungen wie zuletzt bei Christa Pike.

Zukunftsprognose

Sollte die Liveübertragung tatsächlich stattfinden, könnte sie die internationale Glaubwürdigkeit und das Wertebild der USA empfindlich treffen. Es ist denkbar, dass das ohnehin polarisierte Land sich noch stärker spaltet und die gesellschaftlichen Debatten um die Todesstrafe an Schärfe gewinnen. Mögliche diplomatische Verstimmungen und ein neues Misstrauen unter westlichen Verbündeten drohen. Wahrscheinlich wird der politische und öffentliche Druck jedoch weiter steigen, sodass eine Absage des Livestreams am Ende nicht ausgeschlossen ist.

Erklärungen

Was ist an der Hinrichtung von Nidal Hasan besonders?

Die geplante Exekution von Nidal Hasan auf dem Militärstützpunkt Fort Hood in Texas soll öffentlich und als Livestream stattfinden – eine Premiere seit über 90 Jahren in den USA.

Wer ist Nidal Hasan?

Nidal Hasan, ein ehemaliger US-Armeepsychiater, wurde 2013 zum Tode verurteilt, nachdem er 2009 in Fort Hood 13 Menschen erschossen und 30 weitere verletzt hatte.

OZD-Extras

Die geplante Liveübertragung der Exekution durch die US-Armee ist eine historische Ausnahme in einem westlichen Industrieland. Der Vergleich mit Ländern wie Iran und Nordkorea verstärkt die internationale Brisanz der geplanten Maßnahme. Auswirkungen auf Dollar, Aktienbörsen oder Rohstoffe sind derzeit nicht zu erwarten.

Gewinnspiel

In welchem US-Bundesstaat ist die Liveübertragung der Hinrichtung geplant?

A) Texas

B) Kalifornien

C) Florida

D) New York

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.