Fakten im Überblick
Mindestens zwölf Menschen starben beim Angriff auf Riads Flughafen.
Unter den Todesopfern sind acht Ausländer verschiedener Herkunft.
Saudi-Arabien kündigte nach dem Huthi-Angriff eine Reaktion an.
Mit einem tödlichen Raketenangriff auf den internationalen Flughafen von Riad hat sich der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und der pro-iranischen Huthi-Miliz im Jemen drastisch zugespitzt. Nach offiziellen Angaben kamen mindestens zwölf Menschen ums Leben, darunter acht Ausländer aus den USA, Bangladesch, Palästina, Ägypten, Jordanien, Syrien und dem Sudan. 309 Menschen wurden verletzt und "in mehreren Krankenhäusern" behandelt. Einige von ihnen schwebten in Lebensgefahr. Zudem entstanden laut der zivilen Luftfahrtbehörde "materiellen Schäden" am Flughafen, der seinen Betrieb zunächst einstellte.
Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition sprach von einem "feigen terroristischen Angriff" und warf der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz ein "Kriegsverbrechen" mit zivilen Opfern vor. Man kündigte an, "mit Entschlossenheit" darauf zu reagieren. Schon Tage zuvor war der Flughafen Riad sowie der Airport der Ostküstenstadt Dammam Ziel von Beschuss geworden. Auch am Militärstandort Al-Chardsch wurde eine ballistische Rakete der Huthis abgefangen.
US-Präsident Donald Trump bezeichnete die Attacke als "nicht hinnehmbar" und erklärte, er werde mit Saudi-Arabiens De-facto-Herrscher Kronprinz Mohammed bin Salman darüber "sprechen". Er schloss auf Nachfrage nicht aus, sich an den Angriffen auf die Huthis zu beteiligen. Die bisherige Bitte um militärische Unterstützung hatte seine Regierung laut US-Medien abgelehnt. Der UN-Sondergesandte für den Jemen, Hans Grundberg, sprach von einer "schwerwiegende Eskalation". Er erklärte: "Solche Handlungen sind eine ernsthafte Gefahr für die regionale Sicherheit, verstetigen Kreisläufe der Gewalt und komplizieren die Friedensbemühungen für den Jemen noch mehr". Ein Augenzeuge berichtete: "Ich war am Gate 403" und weiter: "Ich sah, wie 401 getroffen wurde, ich sah Verletzte direkt vor meinen Augen. Alle rannten."
Wegen der "schweren Notsituation" forderte das Gesundheitsministerium Notärzte an, die Verletzte in Riad und Umgebung versorgen sollten. Deutschland und andere westliche Staaten raten inzwischen von der Nutzung des Airports ab. Laut westlichen Diplomaten baten mehrere Botschaften Mitarbeiter, den Flughafen wenigstens eine Woche lang zu meiden. Das Treffen führender Wirtschaftspersönlichkeiten in Riad ist von der Eskalation überschattet. Nach Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar waren die Huthis im Jemen militärisch wieder erstarkt und übernahmen große Teile der Küste an der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab.
OZD/AFP
OZD-Kommentar – Angriff auf Riad als Tiefpunkt eines blutigen Konflikts
Der Angriff auf den Flughafen von Riad markiert einen neuen Tiefpunkt in einem seit Jahren schwelenden Konflikt, der längst nicht mehr nur regional begrenzt ist. Die Tatsache, dass Zivilisten und Ausländer gleichermaßen zu den Opfern zählen, macht das Ausmaß der Gewalt besonders deutlich. Es ist eine Spirale, die immer weitere Kreise zieht, während die internationale Gemeinschaft mit empörten Worten reagiert, aber kaum Lösungen bietet.
Solange die Interessen der Großmächte und regionalen Akteure im Vordergrund stehen, bleibt der Weg zu einer echten Deeskalation versperrt. Die Aussicht auf eine baldige Befriedung der Region ist düster: Neue Angriffe und Racheakte sind wahrscheinlicher als diplomatische Fortschritte.
Historischer Hintergrund
Der Konflikt zwischen Saudi-Arabien und der Huthi-Miliz im Jemen schwelt seit vielen Jahren und eskalierte besonders 2015, als Saudi-Arabien die Führung einer Militärkoalition zur Unterstützung der international anerkannten jemenitischen Regierung übernahm. Die Huthis, die vom Iran unterstützt werden, kontrollieren seither weite Teile des Jemen und wichtige Städte. Nach Beginn des Iran-Kriegs und einer erneuten Huthi-Offensive verschärfte sich die Lage erneut. Der aktuelle Angriff ist Teil einer Kette von Attacken auf zahlreiche Ziele in Saudi-Arabien.
Zukunftsprognose
Saudi-Arabien hat eine Reaktion angekündigt, vermutlich wird die Gewalt im Jemen und der Region weiter zunehmen. Die Sicherheitslage für Zivilisten und Reisende bleibt angespannt, internationale Investoren könnten zurückhaltender werden. Politisch und wirtschaftlich steht Saudi-Arabien vor der Herausforderung, die Eskalation und die damit verbundenen Risiken einzudämmen. Die Region droht, weiter in Unsicherheit und Gewalt zu versinken.
Erklärungen
Wer sind die Huthis?
Die Huthi-Miliz ist eine vom Iran unterstützte schiitische Bewegung im Jemen. Sie kontrolliert weite Landesteile mit der Hauptstadt Sanaa und bekämpft die international anerkannte Regierung, die Unterstützung von Saudi-Arabien erhält.
Was ist die Meerenge Bab al-Mandab?
Bab al-Mandab ist eine wichtige Meeresstraße zwischen Jemen und Afrika und einer der bedeutendsten Seewege für den internationalen Handel.
OZD-Extras
Der Angriff trifft Saudi-Arabien ausgerechnet kurz vor einer wichtigen Investitionskonferenz, die zahlreiche Wirtschaftsführer anziehen sollte. Die anhaltende Unsicherheit und die internationalen Reisewarnungen könnten das Land wirtschaftlich treffen. An den Börsen und für die weitere wirtschaftliche Entwicklung bleibt die Situation angespannt und ungewiss.
Gewinnspiel
Welcher Flughafen war Ziel des Raketenangriffs?
A) Flughafen von Riad
B) Flughafen von Dubai
C) Flughafen von London
D) Flughafen von Istanbul
Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.