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IIHF prüft alle Optionen für Russland-Teilnahme bei WM

Die IIHF will nach dem CAS-Urteil zu Russlands Rückkehr zur WM alle Optionen prüfen. Sponsoren und Verbände drohen mit Boykott.

Fakten im Überblick

Der Eishockey-Weltverband IIHF hält in der Russland-Frage alle verfügbaren Optionen offen.

Russlands Teilnahme an der Männer-WM 2027 in Deutschland löste Boykottdrohungen und Sponsorenrückzüge aus.

Die Bundesregierung hält die Durchführung des Turniers für sportlich und wirtschaftlich faktisch unmöglich.

Der Eishockey-Weltverband IIHF will sich in der Russland-Frage nach wie vor "alle verfügbaren Optionen" offenhalten. Dies teilte der Verband mit Präsident Franz Reindl am Samstag in einem seit Tagen erwarteten Statement mit. Die IIHF erklärte zudem, "weiterhin nicht mit der Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs (CAS) zur Teilnahme Russlands an Weltmeisterschaften einverstanden" zu sein, werde aber nun die "notwendigen Schritte ergreifen, die das Urteil verlangt".

Der CAS hatte entschieden, dass Russland trotz des laufenden Angriffskrieges in der Ukraine wieder an internationalen Turnieren teilnehmen darf. Im Zentrum steht die Männer-WM in Deutschland vom 13. bis 30. Mai 2027. Nun gelte es laut Verband zu prüfen, "welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um unsere Weltmeisterschaften zu schützen, die finanzielle Stabilität der Organisation zu wahren und die langfristige Zukunft des internationalen Eishockeys zu sichern". Die IIHF will daher "alle verfügbaren Optionen" abwägen, "einschließlich der Aufnahme von Gesprächen mit allen betroffenen Nationalverbänden, darunter auch der russische, um einen konstruktiven Weg nach vorn zu finden".

Die CAS-Entscheidung löste erheblichen Widerstand aus. Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) erwägt eine Rückgabe des Turniers, zahlreiche Verbände drohten mit Boykott von Spielen gegen Russland, Sponsoren kündigten Rückzüge für den Fall der Wiederzulassung an. Die Bundesregierung erklärte die Durchführung des Turniers angesichts dessen für "sportlich und wirtschaftlich faktisch unmöglich". Der CAS kritisierte, die IIHF habe keine ausreichenden Begründungen zur Fortsetzung der Suspendierung des russischen Verbands vorgelegt.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Eishockey zwischen Politik und Sport am Scheideweg

Die Auseinandersetzung um Russlands Teilnahme entwickelt sich zur Bewährungsprobe für die Sportorganisationen. Während die IIHF in der Russland-Frage "alle verfügbaren Optionen" prüft, schlagen Boykottdrohungen und der Rückzug von Sponsoren ins Kontor der wirtschaftlichen Stabilität. Besonders die Einschätzung der Bundesregierung, die Durchführung der WM sei "sportlich und wirtschaftlich faktisch unmöglich", spiegelt die Wucht des Protests wider. Das politische Klima nimmt immer mehr Einfluss auf internationale Sportentscheidungen, klare Wege aus dem Dilemma sind nicht in Sicht. Wahrscheinlich bleibt es bei einer Situation, in der jeder Schritt der IIHF heftig diskutiert und international wahrgenommen wird. Das Risiko einer tiefgreifenden Spaltung der Eishockey-Gemeinschaft besteht weiter.

Historischer Hintergrund

Nach Russlands Angriff auf die Ukraine wurden russische Verbände von vielen internationalen Sportveranstaltungen ausgeschlossen. Im Eishockey setzte die IIHF die Suspendierung um. Der CAS entschied Ende Oktober jedoch, dass Russland an kommenden Turnieren, darunter der WM 2027 in Deutschland, teilnehmen darf. Diese Entscheidung entzündete neue Kontroversen gerade im Hinblick auf den Standort Deutschland und die politische Lage.

Zukunftsprognose

Bleibt das Protestniveau hoch, könnten Boykotte und Sponsorenrückzüge die wirtschaftliche Tragfähigkeit der WM 2027 gefährden. Eine mögliche Absage oder Verlegung des Turniers scheint nicht ausgeschlossen. Die Causa dürfte den internationalen Sport auch künftig vor die Frage stellen, wie politisch globale Wettbewerbe geführt werden und wie groß die Rolle des Einflusses von Staaten auf Weltsportverbände künftig ausfällt.

Erklärungen

Was ist die IIHF?

Die IIHF ist der internationale Eishockey-Weltverband. Sie richtet Turniere wie die Weltmeisterschaft aus und entscheidet über internationale Regularien.

Was ist der CAS?

Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) ist das höchste Gericht für Sportfragen auf globaler Ebene. Er fällt rechtsverbindliche Urteile in Streitfällen.

OZD-Extras

Boykottdrohungen und angekündigte Sponsorenrückzüge betreffen direkt das wirtschaftliche Fundament der Eishockey-WM 2027. Auswirkungen auf Merchandising und TV-Einnahmen für den deutschen Standort werden erwartet, sobald sich Boykotte konkretisieren. Bewegungen an Aktienmärkten internationaler Sportfirmen sind möglich, umfassende Börsenfolgen sind aber derzeit nicht absehbar.

Gewinnspiel

Welcher Verband hält sich in der Russland-Frage alle verfügbaren Optionen offen?

A) IIHF

B) UEFA

C) FIFA

D) IOC

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.