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Sinner wirft Djokovic raus und träumt vom Wimbledon-Titel

Jannik Sinner hat Novak Djokovic in Wimbledon überraschend deutlich ausgeschaltet und sich ein heiß ersehntes Finale gegen Carlos Alcaraz erkämpft. Ein historischer Triumph liegt nun zum Greifen nah.

Die Tenniswelt reibt sich die Augen: Jannik Sinner hat in Wimbledon ein Statement gesetzt und Novak Djokovic in drei Sätzen entzaubert. Mit 6:3, 6:3, 6:4 fertigte der italienische Weltranglistenerste den serbischen Routinier ab und erreichte erstmals das Finale auf dem heiligen Rasen von London. Der 22-Jährige machte damit das Traumduell gegen Titelverteidiger Carlos Alcaraz perfekt, das bereits vor fünf Wochen bei den French Open für pure Dramatik sorgte. Dort hatte Sinner drei Matchbälle vergeben – nun sinnt er auf Revanche.

Dabei war es keineswegs selbstverständlich, dass Sinner überhaupt so weit kommen würde. Im Achtelfinale stand er gegen Grigor Dimitrow bereits am Rand des Ausscheidens, profitierte jedoch von einer verletzungsbedingten Aufgabe. Zudem bereitet ihm seit Tagen ein Ellbogenproblem Sorge, das er am Freitag erneut mit einer Bandage versuchte zu stabilisieren. Doch von Schwäche war auf dem Court nichts zu spüren – im Gegenteil: Der Südtiroler spielte mit einer Kälte und Präzision, die Djokovic kaum Raum zur Entfaltung ließ.

Für Djokovic war es ein bitterer Tag. Er verpasste sein siebtes Wimbledon-Finale in Folge und verlor erstmals seit 2012 ein Halbfinale auf Rasen. Der 38-Jährige wollte mit einem weiteren Titel zu Roger Federer aufschließen, der in Wimbledon acht Mal triumphiert hatte, und sich mit einem 25. Grand-Slam-Sieg endgültig von Margaret Court absetzen. Doch bei Temperaturen über 30 Grad schien der Serbe physisch und mental nicht auf der Höhe. Schon früh geriet er unter Druck, kassierte jeweils in den ersten beiden Sätzen ein Break und konnte auch eine 3:0-Führung im dritten Durchgang nicht nutzen.

Während Djokovic mit zunehmendem Alter dem Rekord weiter hinterherläuft, greift Sinner nach seinem vierten Major-Titel – und seinem ersten abseits des Hartplatzes. Doch gegen Alcaraz wird es erneut ein Kraftakt. Der Spanier setzte sich im zweiten Halbfinale gegen den US-Amerikaner Taylor Fritz in vier Sätzen durch und ist auf Rasen ebenso gefürchtet wie auf Sand. Sinner hat die letzten fünf Duelle gegen ihn allesamt verloren. Doch nach diesem Triumph gegen Djokovic hat sich der Italiener endgültig als Titelkandidat Nummer eins in Stellung gebracht. Die Bühne ist bereitet – für das vielleicht größte Finale des Jahres.
OZD

OZD-Kommentar:
Was für eine Machtdemonstration von Jannik Sinner – und was für ein Absturz für Novak Djokovic. Der einstige Dominator wirkt zunehmend wie ein Schatten seiner selbst, geplagt von der Jagd nach Rekorden, die ihm langsam entgleiten. Es war nicht nur die Hitze, die Djokovic in die Knie zwang – es war auch das gnadenlose Tempo eines neuen Tennis-Zeitalters, das ihn überrollt. 

Sinner hat nicht nur ein Halbfinale gewonnen, er hat den Generationenwechsel auf dem Rasen manifestiert. Für Djokovic ist der Traum vom 25. Grand-Slam-Titel in Wimbledon wohl geplatzt – und in Paris, New York oder Melbourne wird es nicht leichter.
Der Showdown gegen Alcaraz wird nun nicht nur ein Match um den Titel, sondern ein Kampf um die Vorherrschaft im neuen Tennis-Olymp. Und wer glaubt, dass Sinner nach fünf Niederlagen in Serie gegen Alcaraz einknickt, hat diesen Freitag in London nicht gesehen.


Lesermeinungen
„Djokovic ist ein großer Champion – aber heute war er chancenlos. Sinner ist auf einem anderen Level.“ Genau
„Endlich frischer Wind auf dem Centre Court. Sinner und Alcaraz bringen Tennis zurück in die Moderne.“ Hans Bleibes
„Das war die Wachablösung in Echtzeit. Djokovic wird kein 25. Major mehr holen – das ist vorbei.“ Konrad Steg 


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OZD-Analyse

1. Historischer Sieg für Jannik Sinner
– Der erste Finaleinzug in Wimbledon markiert einen Meilenstein für den Südtiroler.
– Sinner ist damit der erste italienische Weltranglistenerste, der in Wimbledon um den Titel kämpft.
– Sein Spiel war geprägt von Präzision, hohem Tempo und mentaler Stabilität.

2. Djokovic am Ende seiner Wimbledon-Dominanz?
a) Formschwäche und Hitze –
– Bei über 30 Grad schien Djokovic nicht in Bestform.
– Physisch wirkte er angeschlagen, sein Spiel zu fehleranfällig.
b) Verpasste Chance –
– Er hätte mit einem weiteren Titel Roger Federers Rekord einstellen können.
– Auch der alleinige Grand-Slam-Rekord bleibt weiter unerreicht.

3. Finalvorschau: Sinner vs. Alcaraz
a) Rivalität auf Augenhöhe –
– Die letzten fünf Duelle entschied Alcaraz für sich.
– In Paris vergab Sinner mehrere Matchbälle.
b) Schlüssel zum Sieg –
– Sinner muss seine Nervenstärke und Präzision auch gegen Alcaraz durchhalten.
– Der mentale Aspekt wird entscheidend sein.


Wer ist Jannik Sinner?
Jannik Sinner wurde am 16. August 2001 in Innichen (Südtirol) geboren und zählt zu den größten Tennistalenten seiner Generation. Ursprünglich war er als Skifahrer aktiv, ehe er sich mit 13 Jahren ganz dem Tennis verschrieb. Seinen Durchbruch schaffte er mit dem Gewinn der Next Gen ATP Finals 2019. Seitdem etablierte sich Sinner in der Weltspitze, bekannt für seine kraftvollen Grundschläge und sein taktisches Spielverständnis. 2024 wurde er erstmals Weltranglistenerster und gewann drei Grand-Slam-Titel auf Hartplatz. Wimbledon könnte nun sein erster großer Rasen-Coup werden.

Was ist Wimbledon?
Wimbledon ist das älteste und prestigeträchtigste Tennisturnier der Welt. Es findet seit 1877 im Londoner Stadtteil Wimbledon statt und ist eines der vier Grand-Slam-Turniere neben den Australian Open, den French Open und den US Open. Besonders ist die Tradition des Rasenspielfelds, das weiße Dresscode-Gebot und die Royal Box für prominente Zuschauer. Für viele Spieler gilt ein Titel in Wimbledon als der größte Erfolg ihrer Karriere.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.


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