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Alarm in der Ukraine - Russland konzentriert 100.000 Soldaten nahe Pokrowsk

Ukraines Präsident Selenskyj warnt vor einer massiven russischen Offensive: Bis zu 100.000 Soldaten sollen nahe Pokrowsk stationiert sein. Die Lage dort bezeichnete er als „am besorgniserregendsten“.

Die Ukraine sieht sich nach eigenen Angaben einer möglichen neuen russischen Großoffensive gegenüber. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am Freitag in Kiew, Russland habe nahe der ostukrainischen Stadt Pokrowsk "bis zu 100.000 Soldaten" zusammengezogen. "Dort findet eine Aufstockung und Konzentration des Feindes statt", sagte Selenskyj. "Sie bereiten in jedem Fall Offensivmaßnahmen vor."

Besonders die Region um Pokrowsk stufte er als „derzeit am besorgniserregendsten“ ein. Zugleich verwies der Präsident darauf, dass ukrainische Streitkräfte Fortschritte in der nordöstlichen Grenzregion Sumy erzielen und dort russische Truppen zurückdrängen.

Pokrowsk ist für beide Seiten von zentraler Bedeutung. Als logistischer Knotenpunkt spielt die Stadt eine entscheidende Rolle bei Nachschub und Truppenbewegungen. Seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 zählt die Region zu den heftig umkämpften Frontabschnitten.

Parallel zu den Truppenbewegungen intensivierte Moskau in der Nacht zum Donnerstag die Angriffe mit Drohnen und Raketen. Nach Angaben aus Kiew wurden fast 600 Drohnen eingesetzt. Mindestens 23 Menschen starben bei den Attacken, allein in der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Die Gewaltwelle löste international Empörung aus und verschärfte die Sorgen vor einer neuen Offensive.

OZD


OZD-Kommentar

Die Zahl von 100.000 russischen Soldaten nahe Pokrowsk markiert eine gefährliche Eskalationsstufe. Was Selenskyj beschreibt, ist nichts anderes als die Vorbereitung einer großangelegten Offensive, die die Ukraine strategisch wie psychologisch schwer treffen könnte. Während der Westen über Waffenpakete und politische Zusicherungen diskutiert, schafft Russland Fakten an der Front. Der Angriff mit hunderten Drohnen und die gleichzeitige Massierung von Soldaten zeigt ein Doppelspiel: Terror gegen die Zivilbevölkerung, Druck auf das Militär. Die Frage ist nicht, ob Moskau angreift, sondern wann und wie heftig.


Lesermeinungen

„100.000 Soldaten an einem Punkt – das klingt nach einem bevorstehenden Sturm. Hoffentlich ist die Ukraine vorbereitet.“ Danini

„Der Westen muss endlich liefern, nicht nur reden. Sonst werden diese Städte eine nach der anderen fallen.“ Horst D.

„Wie viele Tote braucht es noch, bis klar ist: Russland will keinen Frieden, sondern den totalen Krieg?“ M. M. 


OZD-Analyse

Fakten

Selenskyj nennt bis zu 100.000 russische Soldaten nahe Pokrowsk.

Pokrowsk ist strategisch wichtiger logistischer Knotenpunkt.

In derselben Nacht: fast 600 Drohnenangriffe mit über 23 Toten.

Bewertung
a) Militärisch
– Die Konzentration weist klar auf eine bevorstehende Offensive hin.
– Pokrowsk gilt als Durchgangstor zu weiter westlich liegenden Gebieten.

b) Politisch
– Die Eskalation soll Kiew und den Westen unter Druck setzen.
– Drohnenangriffe sind Teil einer Strategie, die Moral der Zivilbevölkerung zu brechen.

c) International
– Internationale Reaktionen bleiben bei Empörung stehen, ohne direkte Konsequenzen.
– Die Frage nach zusätzlichen Waffenlieferungen wird dringlicher.

Ausblick

Ein russischer Großangriff in der Region ist wahrscheinlich.

Für die Ukraine wird entscheidend, ob westliche Waffen und Munition rechtzeitig eintreffen.

Politisch könnte der Druck auf westliche Regierungen steigen, schneller und massiver zu liefern.


OZD-Erklärungen

Wer ist Wolodymyr Selenskyj?
Wolodymyr Selenskyj ist seit Mai 2019 Präsident der Ukraine. Der ehemalige Schauspieler und Produzent wurde mit überwältigender Mehrheit gewählt. Seit dem russischen Angriffskrieg am 24. Februar 2022 ist er zur Symbolfigur des ukrainischen Widerstands geworden und wirbt weltweit für Waffen, Finanzhilfen und politische Unterstützung.

Was ist Pokrowsk?
Pokrowsk ist eine Stadt in der ostukrainischen Region Donezk mit rund 60.000 Einwohnern. Durch ihre Lage gilt sie als wichtiger logistischer Knotenpunkt für Nachschub und Truppenbewegungen. Die Region zählt seit Kriegsbeginn zu den am härtesten umkämpften Gebieten der Ukraine.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.