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Kuscheln erlaubt: Haustiere erobern die deutschen Betten - Ist das gesund?

Hund oder Katze im Bett? In Deutschland ist das längst keine Ausnahme mehr: Eine neue Umfrage zeigt, dass fast jedes dritte Haustier nachts neben seinen Besitzern schlafen darf.

Hund auf dem Kopfkissen, Katze unter der Decke: In Deutschland schlafen Haustiere besonders häufig im Bett ihrer Halter. Einer aktuellen Umfrage zufolge erlaubt rund ein Drittel der Haustierbesitzer ihrem Tier, nachts im eigenen Bett zu schlafen. Mit 29 Prozent liegt Deutschland damit an der Spitze mehrerer europäischer Länder.

Die Erhebung wurde vom Meinungsforschungsinstitut YouGov durchgeführt. Befragt wurden mehr als 5000 Menschen in Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien und der Schweiz. Insgesamt gaben 48 Prozent der Deutschen an, mindestens ein Haustier zu besitzen. Damit liegt Deutschland über der Schweiz, aber hinter allen anderen untersuchten Ländern.

Besonders tierlieb zeigte sich Italien: Dort erklärten 63 Prozent der Befragten, ein oder mehrere Haustiere zu halten. In Deutschland halten jeweils 51 Prozent der Haustierbesitzer entweder einen Hund oder eine Katze – beide Tiere sind damit gleich beliebt. In Frankreich und der Schweiz hingegen dominieren Katzen deutlich gegenüber Hunden.

Die Zahlen deuten darauf hin, dass Haustiere für viele Menschen längst nicht mehr nur Tiere, sondern feste Familienmitglieder sind. Das gemeinsame Schlafen wird dabei als Ausdruck von Nähe, Vertrauen und emotionaler Bindung verstanden. OZD / ©AFP.


OZD-Kommentar

Dass Haustiere im Bett schlafen dürfen, ist mehr als nur eine Frage des Komforts – es ist ein Spiegel gesellschaftlicher Veränderungen. In einer Zeit, in der Einsamkeit zunimmt und soziale Bindungen brüchiger werden, übernehmen Hunde und Katzen für viele Menschen eine emotionale Schlüsselrolle. Wer sein Tier ins Bett lässt, sucht Nähe, Geborgenheit und Verlässlichkeit. Die Debatte über Hygiene oder Dominanz wirkt dabei fast altmodisch. Haustiere sind längst keine „Besitzer-Tiere“ mehr, sondern Partner im Alltag.



Erklärungen

Historischer Hintergrund

Über Jahrhunderte galten Haustiere vor allem als Nutz- oder Wachtiere. Hunde schliefen im Hof, Katzen im Stall. Erst mit der Urbanisierung und dem Wandel der Familienstrukturen im 20. Jahrhundert rückten Haustiere zunehmend in die Wohnräume – und schließlich auch ins Schlafzimmer. Heute gelten sie in vielen Haushalten als vollwertige Familienmitglieder.


Was ist YouGov?
YouGov ist ein international tätiges Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Großbritannien. Das Unternehmen führt regelmäßig repräsentative Umfragen zu politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Themen durch.


Warum schlafen Haustiere im Bett?
Studien zeigen, dass viele Halter Nähe und emotionale Sicherheit empfinden, wenn ihr Haustier in ihrer Nähe schläft. Für die Tiere selbst bedeutet dies Schutz, Wärme und soziale Bindung.



Ist es gesund mit Haustieren im Bett zu schlafen? 

Ob es gesund ist, Haustiere im Bett schlafen zu lassen, hängt stark von den Umständen ab. Für viele Menschen ist es völlig unproblematisch, für andere kann es Nachteile haben. Grundsätzlich gilt: Wenn das Tier gesund, gepflegt und parasitenfrei ist, spricht aus medizinischer Sicht wenig dagegen. Viele Menschen empfinden die Nähe ihres Haustiers sogar als beruhigend. Das Gefühl von Wärme, Sicherheit und Geborgenheit kann den Schlaf fördern und Stress reduzieren. Besonders Menschen, die allein leben, berichten oft, dass sie mit ihrem Tier im Bett besser zur Ruhe kommen.

Trotzdem gibt es Aspekte, die man beachten sollte. Tiere bringen Schmutz, Staub und Mikroorganismen ins Bett, vor allem wenn sie draußen unterwegs sind. Das ist nicht automatisch gefährlich, kann aber unhygienisch sein, wenn man empfindlich reagiert. Menschen mit Allergien oder Asthma sollten vorsichtig sein, denn Tierhaare und Hautschuppen können Beschwerden verstärken. Auch der Schlaf kann leiden, wenn das Tier sich viel bewegt, schnarcht oder nachts den Platz wechselt. Manche Tiere sind unruhige Schläfer, und das kann den Menschen häufiger wecken, als man denkt.

Wichtig ist außerdem, dass das Tier regelmäßig gegen Parasiten behandelt wird. Flöhe, Zecken oder Würmer können sonst übertragen werden. Bei immungeschwächten Personen oder offenen Wunden sollte man ebenfalls vorsichtig sein. In solchen Fällen ist es besser, das Tier nicht im Bett schlafen zu lassen.

Letztlich ist es eine persönliche Entscheidung. Wenn das Tier gesund ist, gut gepflegt wird, keine Allergien bestehen und der Schlaf nicht gestört wird, ist es für die meisten Menschen gesundheitlich unbedenklich, ihr Haustier im Bett schlafen zu lassen. Entscheidend ist, dass Mensch und Tier sich wohlfühlen und die hygienischen Grundlagen stimmen.


OZD-Extras – Quiz & Gewinnspiel

Quizfrage:
Welches Land liegt laut Umfrage an der Spitze, wenn es darum geht, Haustiere im Bett schlafen zu lassen?

Senden Sie die richtige Antwort an:
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Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild OZD