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Die Wohnungen in Kiew ohne Wärme

Russische Raketen und Drohnen treffen Kiews Energieversorgung. Bei zweistelligen Minusgraden sitzen tausende Haushalte ohne Heizung und Wasser fest – die Zivilbevölkerung zahlt den Preis.

Nach einem massiven russischen Luftangriff sind in der ukrainischen Hauptstadt Kiew tausende Wohngebäude ohne Heizung. „5635 Wohngebäude sind derzeit ohne Wärmeversorgung“, erklärte Bürgermeister Vitali Klitschko am Dienstag im Onlinedienst Telegram. Mindestens eine Frau wurde verletzt und in ein Krankenhaus eingeliefert.

Die Angriffe trafen die Stadt bei Temperaturen von bis zu minus 14 Grad Celsius. Zudem sei in weiten Teilen Kiews die Wasserversorgung unterbrochen, teilte Klitschko weiter mit. Unter den beschädigten Gebäuden befinde sich auch ein Schulgebäude. Städtische Einsatzkräfte und der Energieversorger arbeiteten mit Hochdruck daran, Wärme-, Strom- und Wasserversorgung wiederherzustellen.

Russland hatte Kiew und die umliegende Region in der Nacht zunächst mit Kampfdrohnen und anschließend mit Marschflugkörpern angegriffen. AFP-Reporter berichteten von mehreren Explosionen im Stadtzentrum, die ukrainische Luftabwehr war im Dauereinsatz. Russland attackiert seit Monaten gezielt die ukrainische Energieinfrastruktur, um die Moral der Zivilbevölkerung zu brechen und den Alltag lahmzulegen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte bereits am Freitag den Energie-Notstand für die Hauptstadtregion ausgerufen. Schon am 9. Januar hatte Russland den bislang heftigsten Angriff auf Kiews Energieversorgung geflogen. Damals war rund die Hälfte der Stadt von der Wärmeversorgung abgeschnitten, viele Menschen hatten tagelang keinen Strom.

Nach Angaben Klitschkos waren rund 80 Prozent der nun betroffenen Gebäude bereits vor zehn Tagen ohne Heizung gewesen – ein Hinweis darauf, wie systematisch und wiederholt die russischen Angriffe dieselben neuralgischen Punkte treffen. OZD


OZD-Kommentar – Wenn Krieg die Heizung abstellt
Dieser Angriff ist kein militärischer Zufall, sondern kalkulierte Grausamkeit. Wer bei minus 14 Grad Heizung und Wasser zerstört, zielt nicht auf Infrastruktur, sondern auf Menschen. Russland führt längst einen Krieg gegen das Überleben im Alltag. Die Bilder frierender Familien in Kiew sind ein Menetekel: Energie ist zur Frontlinie geworden – und Wegsehen macht mitschuldig. Dieser Mann soll dann nach  Trump in dem "Friedenrat" mitmachen -  welch Groteske. 

Historischer Hintergrund
Seit Herbst 2022 greift Russland systematisch ukrainische Kraftwerke, Umspannwerke und Fernwärmenetze an. Ziel ist es, Großstädte im Winter handlungsunfähig zu machen und den zivilen Druck auf die politische Führung zu erhöhen.

Zukunftsprognose
Weitere Angriffe auf Energieanlagen sind wahrscheinlich, insbesondere bei anhaltender Kälte. Die Ukraine wird ihre Netze dezentraler absichern müssen, während internationale Hilfe bei Generatoren, Reparaturen und Luftabwehr entscheidend bleibt.




Gewinnspiel
Quizfrage: Wie viele Wohngebäude sind laut Bürgermeister Klitschko aktuell ohne Heizung?
A) Rund 1500
B) Rund 3200
C) Rund 5635
D) Über 10.000


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Wissensblock

OZD-Analyse

Militärische Strategie
– a) Wiederholte Angriffe auf identische Energie-Knotenpunkte
– b) Kombination aus Drohnen und Marschflugkörpern
– c) Überlastung der ukrainischen Luftabwehr

Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung
– a) Lebensgefahr durch Kälte
– b) Ausfall von Wasser- und Stromversorgung
– c) Einschränkung von Schulen, Kliniken und Verkehr

Politische Dimension
– a) Energie als Druckmittel im Krieg
– b) Internationale Verantwortung bei humanitärer Hilfe
– c) Eskalationsrisiko bei weiterem Infrastrukturkrieg


Lernbox
Angriffe auf zivile Energieinfrastruktur gelten nach humanitärem Völkerrecht als besonders problematisch, da sie unmittelbar das Überleben der Zivilbevölkerung gefährden.

Mini-Infobox
– Betroffene Gebäude: 5635
– Temperatur: bis minus 14 Grad
– Verletzte: mindestens eine Person
– Schadensart: Heizung, Wasser, Strom
– Status: Energie-Notstand in der Region

OZD-Extra
Viele Kiewer Haushalte heizen notdürftig mit mobilen Öfen oder Generatoren – eine gefährliche Praxis, die das Risiko von Bränden und Kohlenmonoxidvergiftungen erhöht.

Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.