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Machtkampf bei der FIFA eskaliert: Ex-UEFA-Boss greift Infantino frontal an

Der Machtkampf an der FIFA-Spitze spitzt sich dramatisch zu. Michel Platini fordert offen den Rücktritt von Gianni Infantino und sieht Gerichte als entscheidenden Faktor.

Fakten im Überblick

Michel Platini fordert den Rücktritt von FIFA-Präsident Gianni Infantino.

Die UEFA bereitet laut Bericht eine Strafanzeige in der Schweiz gegen Infantino vor.

Hintergrund ist der Streit um den inzwischen verworfenen Verkauf von Turnieranteilen an private Investoren.


Nach Jahren schwelender Spannungen eskaliert der Machtkampf an der Spitze des Fußball-Weltverbandes FIFA. Der frühere UEFA-Präsident Michel Platini hat FIFA-Chef Gianni Infantino öffentlich zum Rücktritt aufgefordert und ihm vorgeworfen, seiner Verantwortung als oberster Hüter der Fußballregeln nicht gerecht geworden zu sein.

"Er muss gehen", sagte Platini dem Fernsehsender Canal+. Wirtschaftliche Interessen seien zwar ein wichtiger Bestandteil des modernen Fußballs, doch Infantino sei daran gescheitert, die Regeln des Sports zu respektieren. "Wirtschaftliche Belange sind das eine, aber Infantino ist gescheitert, weil er als Garant der Spielregeln fungiert und diese nicht respektiert hat", erklärte Platini.

Nach Einschätzung des früheren UEFA-Präsidenten werde die Entscheidung über Infantinos Zukunft nicht innerhalb der Sportverbände fallen. "Es werden nicht die Sportinstitutionen sein, die das klären und ihn zu Fall bringen. Wenn die UEFA Infantino stürzen will, dann wird das über die Gerichte laufen."

Auslöser der aktuellen Auseinandersetzung ist die Rolle Infantinos bei einem inzwischen verworfenen Plan, Anteile an FIFA-Turnieren an private Investoren zu verkaufen. Nach Angaben aus UEFA-Kreisen bereitet der europäische Fußballverband deshalb eine Strafanzeige in der Schweiz gegen den FIFA-Präsidenten vor. Ziel sei es, Infantino noch vor der FIFA-Präsidentschaftswahl im März 2027 zum Rückzug zu bewegen.

Besonders brisant ist die persönliche Dimension des Konflikts. Platini und Infantino arbeiteten jahrelang eng zusammen. Während Platini Präsident der Europäischen Fußball-Union UEFA war, fungierte Infantino als Generalsekretär. Das Verhältnis zerbrach jedoch nach den Korruptionsvorwürfen gegen Platini, die dessen geplanten Wechsel an die FIFA-Spitze verhinderten. Stattdessen wurde Infantino 2016 zum Präsidenten des Weltverbandes gewählt.

Platini erhebt bis heute schwere Vorwürfe gegen seinen ehemaligen Vertrauten. "Ich wusste immer, dass er Geld und Macht liebt", sagte der Franzose. Zudem hat Platini Infantino in Frankreich verklagt. Dabei geht es um dessen mutmaßliche Rolle im Zusammenhang mit den später nicht bewiesenen Korruptionsvorwürfen, die Platinis FIFA-Kandidatur scheitern ließen.

Der Konflikt zwischen FIFA und UEFA entwickelt sich damit zu einer der größten Machtproben im internationalen Fußball seit Jahren. Sollte die angekündigte juristische Offensive tatsächlich eingeleitet werden, könnte sie weitreichende Folgen für die Führung des Weltverbandes haben.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Der Weltfußball braucht Glaubwürdigkeit statt Machtspiele

Der internationale Fußball leidet seit Jahren unter Machtkämpfen, persönlichen Fehden und wirtschaftlichen Interessen. Dass nun ausgerechnet Michel Platini, einst enger Weggefährte von Gianni Infantino, dessen Rücktritt fordert, zeigt, wie tief die Gräben inzwischen sind. Sollte sich der Konflikt tatsächlich vor Gerichten entscheiden, droht der FIFA erneut ein massiver Imageschaden. Der Weltfußball braucht Transparenz und Vertrauen – keine dauerhaften Grabenkämpfe um Einfluss und Milliarden.

Historischer Hintergrund

Die FIFA mit Sitz in Zürich wurde nach den Korruptionsskandalen der Jahre 2015 und 2016 grundlegend erschüttert. Michel Platini galt damals als Favorit für die Nachfolge von FIFA-Präsident Sepp Blatter. Wegen später nicht bestätigter Korruptionsvorwürfe durfte er jedoch nicht kandidieren. Gianni Infantino, damals UEFA-Generalsekretär, gewann stattdessen die Wahl und führt den Weltverband seit 2016. Das Verhältnis zwischen UEFA und FIFA blieb seither mehrfach angespannt.

Zukunftsprognose

Bis zur FIFA-Präsidentschaftswahl im März 2027 dürfte der Druck auf Gianni Infantino weiter steigen. Sollten juristische Verfahren in der Schweiz tatsächlich eröffnet werden, könnte dies seine Wiederwahl gefährden. Gleichzeitig droht dem internationalen Fußball eine neue Phase institutioneller Unsicherheit zwischen FIFA, UEFA und nationalen Verbänden.

Erklärungen

Wer ist Gianni Infantino?

Gianni Infantino ist ein Schweizer Fußballfunktionär und seit 2016 Präsident der FIFA. Zuvor war er Generalsekretär der UEFA und galt lange als enger Vertrauter von Michel Platini.

Wer ist Michel Platini?

Michel Platini zählt zu den erfolgreichsten französischen Fußballspielern der Geschichte. Der dreimalige Weltfußballer war von 2007 bis 2015 Präsident der UEFA und galt einst als aussichtsreichster Kandidat für die Führung der FIFA.

Was ist die FIFA?

Die Fédération Internationale de Football Association (FIFA) ist der Weltfußballverband mit Sitz in Zürich. Sie organisiert unter anderem die Fußball-Weltmeisterschaften und vertritt mehr als 200 nationale Fußballverbände weltweit.

OZD-Extras

Die aktuellen Machtkämpfe könnten auch Auswirkungen auf die Vermarktung künftiger FIFA-Wettbewerbe haben. Unsicherheit in der Verbandsführung erschwert langfristige Investitionsentscheidungen von Sponsoren und Medienpartnern. Börsennotierte Sportrechte- und Medienunternehmen beobachten die Entwicklung daher aufmerksam, direkte Auswirkungen auf die Aktienmärkte sind derzeit jedoch begrenzt.

Gewinnspiel

Wer fordert öffentlich den Rücktritt von FIFA-Präsident Gianni Infantino?

A) Sepp Blatter

B) Michel Platini

C) Jürgen Klopp

D) Aleksander Čeferin

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen

Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.