Frankreichs diplomatischer Apparat arbeitet im Krisenmodus – und sendet damit ein klares Signal: Die Gefahr für Zivilisten im eskalierenden Konflikt zwischen Iran und Israel ist real, akut und international spürbar. Die organisierte Ausreise französischer Staatsbürger – teils per Konvoi, teils durch Flüge – zeugt nicht nur von Sorge um das eigene Volk, sondern verdeutlicht auch die politische Einschätzung: Dieser Krieg hat das Potenzial, außer Kontrolle zu geraten.
Besonders brisant: Während Israel gezielt das iranische Atomprogramm attackiert, setzt Teheran auf massive Vergeltungsschläge – mit Drohnen und Raketen auch auf zivile Gebiete. Dass sich mittlerweile nicht nur Frankreich, sondern auch die USA, Deutschland und andere Länder auf Evakuierungen vorbereiten oder diese bereits einleiten, unterstreicht die Tragweite des Konflikts.
Die Zahl der Betroffenen ist erheblich – allein 150.000 französische Staatsangehörige leben in Israel. Ihnen wird nahegelegt, sich auf eigene Faust über Jordanien oder Ägypten in Sicherheit zu bringen – ein Hinweis darauf, wie labil die Lage selbst in verbündeten Regionen geworden ist.
Was diese diplomatischen Rettungsaktionen ebenfalls deutlich machen: Die internationale Gemeinschaft hat kaum noch Einfluss auf das Geschehen. Sie reagiert, sie schützt – aber sie gestaltet nicht. Die politische Ohnmacht gegenüber der militärischen Logik beider Länder offenbart die Schwäche multilateraler Friedensmechanismen im Ernstfall.
Was bleibt, ist ein bitterer Eindruck: Während Diplomaten Fluchtwege organisieren, bricht eine ganze Region weiter auseinander.
OZD
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Bild: AFP