Angesichts zunehmender Berichte über ein brutales Vorgehen der iranischen Sicherheitskräfte gegen Demonstranten erwägen die USA nach Angaben von Präsident Donald Trump mögliche militärische Schritte. „Wir nehmen das sehr ernst“, sagte Trump am Sonntag vor Journalisten an Bord der Air Force One. Das US-Militär prüfe die Lage, „und wir erwägen einige sehr drastische Optionen“. Eine Entscheidung werde folgen.
Trump reagierte damit auf die Frage, ob die Führung in Teheran eine von ihm zuvor gezogene rote Linie überschritten habe – die Tötung von Demonstranten. „Es sieht so aus, als würden sie damit beginnen“, sagte der US-Präsident.
Zugleich deutete Trump diplomatische Kontakte an. Die iranische Führung habe sich am Samstag gemeldet und wolle verhandeln. „Sie wollen verhandeln“, sagte Trump, ohne Details zu nennen. Ein Treffen werde vorbereitet, allerdings müsse womöglich „vor einem Treffen gehandelt werden“.
Die Proteste im Iran hatten vor rund zwei Wochen begonnen und richteten sich zunächst gegen die schlechte wirtschaftliche Lage. Inzwischen haben sie sich zu landesweiten Demonstrationen gegen die politische und religiöse Führung ausgeweitet. Menschenrechtsaktivisten sprechen von mindestens 192 Toten, unbestätigte Berichte nennen deutlich höhere Opferzahlen.
OZD
OZD-KommentarDie Worte aus Washington sind ein politisches Erdbeben. Wenn ein US-Präsident offen von „sehr drastischen Optionen“ spricht, ist das mehr als Rhetorik – es ist eine Warnung an Teheran und zugleich ein Signal an die Welt. Trump spielt auf mehreren Ebenen: Abschreckung, innenpolitische Profilierung und geopolitischer Druck. Doch militärische Drohungen bergen ein enormes Eskalationsrisiko. Der Iran ist kein isolierter Akteur, sondern Teil eines fragilen regionalen Machtgefüges. Ein Fehltritt könnte den gesamten Nahen Osten in Brand setzen.
Historischer HintergrundDie Beziehungen zwischen den USA und dem Iran sind seit der islamischen Revolution von 1979 tiefgreifend belastet. Nach dem Sturz des Schahs wandelte sich der Iran von einem US-Verbündeten zu einem erklärten Gegner Washingtons. Wiederkehrende Protestbewegungen, internationale Sanktionen, das iranische Atomprogramm und militärische Zwischenfälle prägten die vergangenen Jahrzehnte. Immer wieder drohten US-Regierungen mit militärischem Eingreifen, setzten jedoch meist auf Sanktionen und diplomatischen Druck. Die aktuelle Protestwelle zählt zu den schwersten seit Jahren und trifft das Regime in einer Phase wirtschaftlicher und politischer Schwäche.

Erklärungen
Wer ist Donald Trump?
Donald Trump ist der Präsident der Vereinigten Staaten. Er verfolgt
einen außenpolitisch konfrontativen Kurs, der auf Abschreckung,
wirtschaftlichen Druck und notfalls militärische Stärke setzt.
Was bedeutet „rote Linie“ in der Politik?
Eine rote Linie bezeichnet eine Grenze, deren Überschreitung
schwerwiegende Konsequenzen nach sich zieht – etwa Sanktionen oder
militärische Maßnahmen.

Quizfrage:
Was bezeichnet US-Präsident Trump als mögliche Reaktion auf die Gewalt im Iran?
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