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Strategische Arktis-Insel: USA erhöhen Druck im Streit um Grönland

In Washington beraten die USA mit Dänemark und Grönland über die Zukunft der Arktis-Insel – begleitet von neuen Drohungen aus dem Weißen Haus.

Vertreter Dänemarks und Grönlands haben in Washington Gespräche mit der US-Regierung über die Zukunft Grönlands geführt. Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen und seine grönländische Amtskollegin Vivian Motzfeldt trafen am Mittwoch mit US-Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio zusammen. Das Treffen fand nach Angaben von AFP-Reportern in einem Nachbargebäude des Weißen Hauses statt.

Kurz vor den Beratungen hatte US-Präsident Donald Trump seine umstrittenen Pläne zur Übernahme Grönlands erneut bekräftigt. Die Vereinigten Staaten benötigten die Arktis-Insel aus Gründen der nationalen Sicherheit, erklärte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Grönland sei unter anderem für den geplanten Raketenabwehrschirm Golden Dome "von entscheidender Bedeutung".

Trump hatte zuvor auch den Einsatz militärischer Gewalt zur Übernahme Grönlands nicht ausgeschlossen und damit innerhalb der Nato erhebliche Unruhe ausgelöst. Grönland ist ein autonomes Gebiet des Königreichs Dänemark, beide Länder sind ebenso wie die USA Mitglieder des Bündnisses. Sowohl die dänische als auch die grönländische Regierung lehnen die Übernahmepläne Washingtons entschieden ab und betonen ihr Selbstbestimmungsrecht.


OZD-Kommentar
Die erneute Eskalation um Grönland zeigt, wie rücksichtslos geopolitische Interessen inzwischen formuliert werden. Trumps offene Drohungen stellen nicht nur die Souveränität Dänemarks und Grönlands infrage, sondern untergraben auch das Vertrauen innerhalb der Nato. Sollte Washington diesen Kurs fortsetzen, droht ein Präzedenzfall, der internationale Bündnisse nachhaltig beschädigt. Die Arktis wird damit endgültig zum geopolitischen Krisenraum mit hohem Eskalationspotenzial.


Historischer Hintergrund 
Grönland gehört seit dem 18. Jahrhundert zum dänischen Staatsverband und erhielt 1979 eine weitgehende Selbstverwaltung, die 2009 nochmals ausgebaut wurde. Aufgrund seiner Lage, seiner Rohstoffe und seiner strategischen Bedeutung im arktischen Raum rückte Grönland in den vergangenen Jahren zunehmend in den Fokus internationaler Interessen. Bereits 2019 hatte Donald Trump erstmals öffentlich Interesse an einem Kauf der Insel geäußert. Mit der wachsenden militärischen und wirtschaftlichen Bedeutung der Arktis hat sich die Relevanz Grönlands für globale Sicherheitsfragen weiter erhöht.


Wer ist Donald Trump?
Donald Trump ist Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und verfolgt eine machtpolitisch geprägte Außenpolitik, in der strategische Interessen häufig über diplomatische Zurückhaltung gestellt werden.

Was ist Grönland?
Grönland ist ein autonomes Gebiet innerhalb des Königreichs Dänemark und die größte Insel der Erde. Es verfügt über eigene Regierungsstrukturen und ein weitreichendes Selbstbestimmungsrecht.

Was ist die Nato?
Die Nato ist ein transatlantisches Militärbündnis, dem unter anderem die USA und Dänemark angehören und das auf kollektiver Sicherheit seiner Mitgliedstaaten beruht.


OZD-Analyse

Strategische Bedeutung Grönlands

a) Schlüsselrolle in der Arktis

b) Militärische Relevanz für Raketenabwehr

c) Zugang zu Rohstoffen und neuen Seewegen

Diplomatische Spannungen

a) Belastung der Beziehungen zwischen Nato-Partnern

b) Ablehnung der Übernahmepläne durch Dänemark und Grönland

c) Vertrauensverlust durch militärische Drohungen

Internationale Folgen

a) Zuspitzung geopolitischer Rivalitäten in der Arktis

b) Gefahr einer Militarisierung der Region

c) Langfristige Schwächung multilateraler Bündnisse


Mini-Infobox:

Treffen in Washington am Mittwoch

Beteiligte: USA, Dänemark, Grönland

Trump bekräftigt Übernahmepläne

Nato-Partner alarmiert


OZD-Extras
Grönland beherbergt bereits heute eine wichtige US-Militärbasis, die seit dem Kalten Krieg für die Überwachung des arktischen Raums genutzt wird.


Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.

OZD / ©AFP.