Zum Inhalt springen
OZD.news - News und Nachrichten zum Nachschlagen
QR-Code zu www.online-zeitung-deutschland.de

„Es reicht mit den Befehlen aus Washington“

Venezuelas Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez geht auf offenen Konfrontationskurs mit den USA. Trotz Annäherung in Wirtschaftsfragen warnt sie vor politischer Bevormundung aus Washington – und setzt ein deutliches Signal an die internationale Gemeinschaft.

Venezuelas Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez hat die US-Regierung scharf aufgefordert, sich aus den inneren Angelegenheiten ihres Landes herauszuhalten. „Es reicht mit den Befehlen aus Washington an Politiker in Venezuela“, sagte Rodríguez am Sonntag in einer Rede. Die politischen Konflikte des Landes müssten von den Venezolanerinnen und Venezolanern selbst gelöst werden, forderte sie – ohne Einmischung aus dem Ausland.

Die Worte markieren eine neue Tonlage, nachdem die venezolanische Führung nach der gewaltsamen Absetzung von Langzeitpräsident Nicolás Maduro zunächst auf Annäherung an die USA gesetzt hatte. Rodríguez, frühere Stellvertreterin Maduros, kündigte Reformen im Ölsektor an, ließ politische Gefangene frei und signalisierte Gesprächsbereitschaft gegenüber der Opposition.

Gleichzeitig machte sie nun unmissverständlich klar, dass diese Öffnung keine politische Unterordnung bedeute. „Schluss mit den ausländischen Mächten“, erklärte Rodríguez – eine direkte Botschaft an Washington.

US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt erklärt, mit der Übergangsregierung zusammenarbeiten zu wollen, solange diese sich an Vorgaben der USA halte. Berichten zufolge wurde sogar eine Einladung Rodríguez’ in die Vereinigten Staaten vorbereitet. Die jüngste Rede zeigt jedoch: Caracas will Kooperation, aber keine Kontrolle.

OZD


OZD-Kommentar – Souveränität mit Warnsignal

Rodríguez’ Rede ist mehr als Rhetorik. Sie ist der Versuch, die politische Deutungshoheit zurückzuerobern. Nach Jahren internationaler Einflussnahme zieht Caracas eine rote Linie: Reformen ja, Fremdsteuerung nein. Für Washington ist das ein Warnsignal – für Lateinamerika ein bekanntes Echo alter Machtkonflikte.

Historischer Hintergrund

Venezuela steht seit Jahrzehnten im Spannungsfeld zwischen nationaler Souveränität und internationalem Einfluss, insbesondere durch die USA. Bereits frühere Regierungen nutzten anti-amerikanische Rhetorik, um innenpolitische Geschlossenheit zu erzeugen. Der Machtwechsel nach der Absetzung Maduros hat dieses Spannungsfeld erneut verschärft.

Zukunftsprognose

Die Beziehungen zwischen Washington und Caracas dürften widersprüchlich bleiben. Wirtschaftliche Kooperation – vor allem im Ölsektor – ist wahrscheinlich, politisches Vertrauen hingegen fragil. Rodríguez wird versuchen, internationale Unterstützung zu sichern, ohne die Kontrolle über die politische Agenda aus der Hand zu geben.



Gewinnspiel 

Wogegen richtet sich die zentrale Botschaft von Delcy Rodríguez?

A) Gegen EU-Sanktionen
B) Gegen Befehle aus Washington
C) Gegen UN-Friedensmissionen
D) Gegen Freihandelsabkommen

Jetzt teilnehmen und gewinnen.

https://www.online-zeitung-deutschland.de/a/46220/das-tolle-gewinnspiel-2026-gutscheine-zu-gewinnen



WissensblockOZD-Analyse

Politische Linie
– a) Betonung nationaler Souveränität
– b) Abgrenzung von US-Einfluss
– c) Gleichzeitige Reformbereitschaft

Internationale Dimension
– a) Neuordnung der US-Venezuela-Beziehungen
– b) Signalwirkung für Lateinamerika
– c) Geopolitische Machtverschiebungen

Risiken
– a) Vertrauensverlust bei Partnern
– b) wirtschaftliche Abhängigkeiten
– c) innenpolitische Instabilität

Mini-Infobox

– Land: Venezuela
– Amt: Übergangspräsidentin
– Akteurin: Delcy Rodríguez
– Kernaussage: Keine Befehle aus Washington

OZD-Extra

Die Rede markiert den bislang deutlichsten öffentlichen Bruch Rodríguez’ mit der Erwartung politischer Gefolgschaft gegenüber den USA.

Alle Angaben  ohne Gewähr.