Der VfB Stuttgart hat das erste Spiel nach dem Rekordverkauf von Nick Woltemade mit einem hart erkämpften Sieg beendet. Gegen Borussia Mönchengladbach setzten sich die Schwaben vor heimischer Kulisse mit 1:0 (0:0) durch. Neuzugang Chema (79.) erlöste den VfB mit einem Kopfballtreffer und verhinderte damit einen Fehlstart in die Saison.
Die Mannschaft von Sebastian Hoeneß war nach dem 1:2 zum Auftakt bei Union Berlin auf Wiedergutmachung bedacht, doch ohne die Offensivkräfte Woltemade und Enzo Millot sowie den früh verletzten Deniz Undav lief nach vorne nur wenig zusammen. Chris Führich und Tiago Tomás sorgten für die ersten Chancen, ehe Alexander Nübel sein Team mit starker Parade gegen Philipp Sander rettete. Gladbach blieb insgesamt harmlos, vergab aber einige gute Gelegenheiten – Kevin Stöger setzte den Ball freistehend über das Tor.
Vor imposanter Choreografie zum 100-jährigen Jubiläum des Brustrings wollte der VfB beweisen, dass es auch ohne seinen verlorenen Star Woltemade geht. Der Einsatz stimmte, spielerisch blieb vieles Stückwerk. Doch mit Chemas Kopfballtor belohnte sich Stuttgart für den Willen und konnte mit drei Punkten in die Länderspielpause gehen – und zugleich bleibt die Frage offen, wie die Verantwortlichen bis Transferschluss die entstandenen Lücken im Kader füllen wollen.
OZD
OZD-Kommentar
Der VfB Stuttgart hat drei Punkte eingefahren – mehr aber auch nicht. Der Sieg über Gladbach täuscht nicht darüber hinweg, dass der Kader nach den Abgängen von Woltemade und Millot sowie der Verletzung von Undav ein Loch in der Offensive hat. Hoeneß weiß das, seine deutlichen Forderungen nach Verstärkungen vor Transferschluss unterstreichen den Ernst der Lage. Ohne Glückstreffer von Joker Chema hätte es auch ein weiterer Punktverlust werden können. 90 Millionen Euro auf dem Konto bringen sportlich nichts, wenn die Lücken nicht schnell und klug gefüllt werden. Der VfB steht vor entscheidenden Tagen, in denen sich zeigt, ob er seine Ambitionen wahren oder in Mittelmaß abrutschen wird.
OZD-Analyse
Fakten
Stuttgart gewinnt 1:0 gegen Gladbach.
Torschütze: Joker Chema (79.).
Offensiv fehlen Woltemade, Millot und der verletzte Undav.
Nübel rettet mit starker Parade, Gladbach bleibt torlos.
Bewertung
a) Sportlich
– Defensiv ordentliche Leistung, aber große Unsicherheiten erkennbar.
– Offensiv kaum Durchschlagskraft, Chancen wurden selten klar herausgespielt.
– Chema setzte als Joker ein wichtiges Ausrufezeichen.
b) Emotional
– Die Fans feierten „100 Jahre Brustring“ mit eindrucksvoller Choreo.
– Der späte Siegtreffer brachte enorme Erleichterung.
– Trotz des Erfolgs schwebt die Woltemade-Debatte weiterhin über dem Verein.
c) Perspektivisch
– VfB braucht dringend Transfers für die Offensive.
– Hoeneß’ Forderungen zeigen: der Kader reicht in dieser Form nicht für die Ansprüche.
– Gefahr: ohne Verstärkung könnten die Schwaben schnell ins Hintertreffen geraten.
Ausblick
– Stuttgart geht mit drei Punkten in die Länderspielpause.
– Transferentscheidungen bis Montag werden den Saisonverlauf maßgeblich prägen.
– Chema könnte sich mit seiner Unbekümmertheit in den Vordergrund spielen.
OZD-Erklärungen
Wer ist Nick Woltemade?
Nick Woltemade ist ein deutscher Stürmer, der 2002 in Bremen geboren wurde. Nach seiner Ausbildung bei Werder Bremen wechselte er 2023 zum VfB Stuttgart, wo er sich rasch zum Leistungsträger entwickelte. Für bis zu 90 Millionen Euro wechselte er im Sommer 2025 in die englische Premier League zu Newcastle United – ein Rekordverkauf für den VfB.
Wer ist Chema?
José María „Chema“ Martínez ist ein 20-jähriger spanischer Offensivspieler aus der Jugend von Real Madrid. Im Sommer 2025 schloss er sich dem VfB Stuttgart an. Der technisch versierte Angreifer gilt als großes Talent und erzielte gegen Borussia Mönchengladbach sein erstes Bundesliga-Tor.
Alle Angaben ohne Gewähr. Titelbild AFP.