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Japaner Tashima tritt gegen Infantino bei FIFA-Wahl an

Der frühere japanische Verbandschef Kozo Tashima stellt sich der Wahl für das FIFA-Präsidentenamt und fordert Gianni Infantino heraus.

Fakten im Überblick

Kozo Tashima, Ex-Präsident des japanischen Fußballverbands, kandidiert für das FIFA-Präsidentenamt.

Gianni Infantino bekommt damit einen prominenten Gegenkandidaten für die Wahl im März 2027.

Tashima erhält Unterstützung vom japanischen Verband, die asiatische Konföderation stärkt Infantino den Rücken.

Im Kampf um die FIFA-Präsidentschaft wird Amtsinhaber Gianni Infantino bei der nächsten Wahl im März 2027 einen ernstzunehmenden Herausforderer bekommen. Kozo Tashima, ehemaliger Präsident des japanischen Fußballverbands und Mitglied des FIFA-Councils, gab am Donnerstag gegenüber der Zeitung "Sports Nippon" offiziell seine Kandidatur bekannt. Im Gespräch betonte der 68-Jährige, er stehe für eine "ehrliche, solide und aufrechte Haltung" und wolle "diese Botschaft in die Welt tragen". Tashima kritisierte, dass der Weltverband gerade jetzt diese Werte dringend brauche und möchte mit seiner Bewerbung den Fokus verstärkt darauf lenken. Sein Anliegen sei es, "der Welt die ehrliche, solide und aufrechte Haltung zu vermitteln, die der japanische Fußball aufgebaut hat" und er betonte, es gehe ihm nicht um Sieg oder Niederlage.

Die Unterstützung für Tashima ist dabei insbesondere in seiner Heimat groß. Vom japanischen Fußballverband (JFA) erhielt er "uneingeschränkte Unterstützung" für seine Kandidatur zugesichert. In der Vorwoche war jedoch der bisherige Vizepräsident der JFA, Takeshi Okada, im Zusammenhang mit Vorfällen rund um die FIFA von seinem Amt zurückgetreten. International betrachtet bekommt Infantino währenddessen Rückendeckung von der asiatischen Fußball-Konföderation AFC. Deren Präsident Scheich Salman bin Ibrahim al-Khalifa erklärte, die Unterstützung für Infantino sei innerhalb des Kontinents ganz klar: "Ich habe mit zahlreichen Mitgliedern auf diesem Kontinent gesprochen. Ihre Unterstützung für Gianni ist ganz klar." Doch auch dieser Rückhalt erntete vereinzelt Kritik, unter anderem aus Jordanien.

Für die FIFA-Wahl werden weitere Kandidaten erwartet. Die Europäische Fußball-Union UEFA etwa möchte einen Gegenkandidaten aus Europa unterstützen – seit dem Treffen der Verbandsbosse in Berlin sind allerdings bislang keine Namen bekannt, sondern lediglich die Kriterien für einen möglichst konsensfähigen Bewerber vorgestellt worden. Auffällig ist, dass mit dem ehemaligen Schweizer Fußballprofi Ramon Vega bislang nur eine weitere Kandidatur angekündigt wurde, wobei noch unklar ist, ob Vega tatsächlich auf dem Wahlzettel stehen wird. Die Bewerbungsfrist endet am 18. November. Tashimas Kandidatur gibt dem Rennen um das FIFA-Präsidentenamt damit eine neue Dynamik.

Tashima bringt nicht nur sein Netzwerk im Weltfußball, sondern auch persönliche Erfahrung als Nationalspieler mit: Siebenmal lief er für Japan auf und konnte einen Treffer erzielen. Nach seiner aktiven Karriere studierte er unter anderem an der Deutschen Sporthochschule, absolvierte die Trainerausbildung und arbeitete als Coach, darunter auch als Trainer der japanischen U17-Nationalmannschaft. Von 2016 bis 2024 leitete er den japanischen Fußballverband als Präsident und ist seit 2015 Mitglied im FIFA-Council.

OZD/AFP

OZD-Kommentar – Machtprobe im Weltfußball

Die FIFA-Wahl im kommenden Jahr verspricht mehr Spannung als zuletzt. Mit Kozo Tashima erhebt erstmals seit langer Zeit ein ernstzunehmender Herausforderer Anspruch auf die wichtigste Funktion im Weltfußball. Die Tatsache, dass sein Fokus auf "ehrliche, solide und aufrechte Haltung" liegt, könnte für viele Vertreter aus aller Welt genau zur richtigen Zeit kommen – nach Jahren, in denen die FIFA immer wieder mit Krisen und Vertrauensverlust zu kämpfen hatte. Gleichzeitig zeigt die Unterstützung der AFC für Infantino, wie sehr geopolitische Interessen den Weltfußball prägen. Während Europa auf einen eigenen Kandidaten setzt, könnten asiatische und afrikanische Stimmen entscheidend werden. Die bevorstehende Wahl ist damit weit mehr als eine Personalfrage. Sollte Tashima die nötigen Unterstützer gewinnen, könnte das tatsächlich ein Signal für mehr Transparenz und Integrität in der FIFA sein. Dennoch ist nicht zu unterschätzen, wie stark Infantinos Netzwerk im Weltverband ist. Die Chance auf Wandel ist real, doch die alten Machtstrukturen bleiben zunächst tonangebend. Ein spannender Wahlkampf kündigt sich an, mit offenem Ausgang.

Historischer Hintergrund

Das Rennen um die FIFA-Präsidentschaft steht traditionell im Zeichen der Kontinente. Gianni Infantino wurde 2016 nach den Skandalen der Vorgängerzeit in das Amt gewählt und mehrfach bestätigt. Die Kritik an der FIFA blieb trotz Reformen bestehen und die Debatte um mehr Transparenz ebbt nie ganz ab. Der japanische Fußballverband, dessen Präsident Tashima bis 2024 war, spielt in Asien eine zentrale Rolle. Die asiatische Konföderation AFC hat sich in den letzten Jahren zu einem einflussreichen Block entwickelt und unterstützt aktuell Infantino, während die UEFA regelmäßig auf Veränderungen pocht. Mit Tashimas Kandidatur steht erstmals seit vielen Jahren wieder ein aussichtsreicher Bewerber aus Asien im Fokus.

Zukunftsprognose

Tashimas Kandidatur könnte die Debatte um Reformen und Werte in der FIFA neu anstoßen. Setzen sich Integritätsversprechen und neue Transparenz durch, könnten sich die Erwartungen an den FIFA-Präsidenten weltweit verändern. Sollte Infantino wie zuletzt die Unterstützung der AFC, Afrikas und weiterer Voting-Blöcke behalten, ist seine Wiederwahl allerdings nicht ausgeschlossen. Die Entscheidung könnte zu neuen Allianzen zwischen Europa, Asien und weiteren Konföderationen führen. In der globalen Fußballpolitik wären größere Verschiebungen möglich, wenn eine Mehrheit für Tashima zusammenkommt. Wirtschaftlich und gesellschaftlich beeinflusst die FIFA-Führung die Ausrichtung künftiger Großturniere und Sponsorendeals maßgeblich, sodass ein Machtwechsel weltweite Impulse geben könnte.

Erklärungen

Wer ist Kozo Tashima?

Kozo Tashima ist ehemaliger Präsident des japanischen Fußballverbands, saß ab 2015 im FIFA-Council und absolvierte als Nationalspieler sieben Länderspiele. Er ist 68 Jahre alt und verfügt über umfassende internationale Erfahrung.

Was ist die FIFA-Präsidentschaftswahl?

Die Wahl des FIFA-Präsidenten findet alle vier Jahre statt. Delegierte der nationalen Fußballverbände stimmen über die Bewerber für das Präsidentenamt ab.

OZD-Extras

Tashima absolvierte nach seiner Karriere ein Studium an der Deutschen Sporthochschule in Deutschland und erwarb den Trainerschein, bevor er in Japan als Nationaltrainer tätig wurde. Dieses internationale Profil ist im FIFA-Kontext selten. Die Auswirkungen auf den Sportmarkt und die Sponsorenlandschaft hängen von der weiteren Machtbalance ab. Ein Kandidatenwechsel an der FIFA-Spitze könnte neue Impulse für Anbieter von Sportrechten und -marketing mit sich bringen. Derzeit sehen Beobachter die Märkte jedoch in stabilen Bahnen.

Gewinnspiel

Wie oft fand laut Text bereits eine Kandidatur von Ramon Vega für das FIFA-Präsidentenamt statt?

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Alle Angaben ohne Gewähr. Mit KI unterstützt. Titelbild AFP.